DIN Verbraucherrat

2020-05-19

Ausschreibung einer Studie „Biometrische Erkennungssysteme – Nutzen und Hemmnisse im Verbraucheralltag“

Durchführung einer öffentlichen Ausschreibung nach UVgO zur Vergabe des Auftrags „Biometrische Erkennungssysteme – Nutzen und Hemmnisse im Verbraucheralltag“

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Die Ausführfrist ist vom 29. Juni 2020 bis 27. November 2020 vorgesehen.

Vergabestelle: DIN-Verbraucherrat

Art der Leistung:

Ziel der Studie ist die Ermittlung der Verbrauchersicht auf biometrische Erkennungssysteme und eine Analyse der Faktoren, die diese Sichtweise beeinflussen. Ergänzend sind Handlungsempfehlungen für die Normung und Verbraucherkommunikation abzugeben.

Es wurde bewusst der Ansatz gewählt, die wahrscheinlich subjektive Sicht des Verbrauchers auf Technologien zu überprüfen, statt eine Technologiesicht zu Grunde zu legen. Auf den letzteren Ansatz: die Technologien verbrauchergerecht und sicher zu gestalten, darf nicht verzichtet werden. Aber die sicherste Technologie wird unsicher, wenn die Nutzer sich nicht kooperativ verhalten und informiert sind. Ein Nutzer, der die Notwendigkeit der Anwendung einer Technologie akzeptiert und die Technologie leicht und sicher nutzen kann, wird sich kooperativ verhalten.

Ausgangspunkt der Studie ist eine strukturierte Übersicht von aktuell von Verbrauchern genutzten biometrischen Erkennungssystemen. Ergänzend sind biometrische Erkennungssysteme aufzunehmen, die mit großer Wahrscheinlichkeit in den nächsten 5 Jahren dem Verbraucher zur Nutzung angeboten werden.

Der zweite Arbeitspunkt befasst sich mit der Ermittlung von allgemeinen bzw. für Deutschland spezifischen Faktoren, welche die Verbraucherakzeptanz beeinflussen. Zu klären ist, welche Erwartungen, welches Wissen und welche Erfahrungen Verbraucher aktuell haben. Ein Schwerpunkt soll auf Datenschutz und Datensicherheit gelegt werden. Darüber hinaus sollen unter anderem die Faktoren Sozialverträglichkeit, Gebrauchstauglichkeit und Nützlichkeit von biometrischen Erkennungssystemen betrachtet werden. Faktoren, die auf einer eher subjektiven Wahrnehmung beruhen, wie beispielsweise die Angst vor Überwachung und auch das Vertrauen in den jeweiligen Anbieter der Dienstleistung, sind von besonderer Bedeutung, und deshalb fokussiert zu betrachten. Auch ganz andere Einflussfaktoren sind vorstellbar, wie das Beispiel des asiatischen Raums zeigt, in denen kontaktlose biometrische Verfahren aus kulturellen Gründen und aus Gründen der Hygiene, von den Verbrauchern positiv bewertet werden. Handlungsempfehlungen für die Verbraucherkommunikation zur Überwindung von wesentlichen Akzeptanzproblemen bilden den Abschluss dieses Arbeitspunktes. Was ist beispielsweise notwendig, um aus einer "Angst vor Überwachung" ein positives Nutzungsgefühl beim Verbraucher zu erzeugen?

In einem dritten Arbeitspunkt soll anhand der Ergebnisse der ersten zwei Arbeitspunkte  überprüft werden, ob es tatsächlich Defizite in der Normung der  Mindestanforderungen von Verbrauchern an solche Technologien gibt. Und wenn ja, dann in welchen Bereichen. Zu klären ist, welche Defizite die existierende Normung in den Bereichen Interoperabilität, Datenschutz und Datensicherheit aufweisen im Hinblick auf die Besonderheiten biometrischer Erkennungsverfahren. Ebenso sind Defizite hinsichtlich Gebrauchstauglichkeit und Sozialverträglichkeit zu identifizieren. Abschließend sind Handlungsempfehlungen zur Überwindung der ausgemachten Defizite in der Normung zu geben.

In einem vierten Arbeitsschritt sind Empfehlungen für die Nutzung bestimmter biometrischer Erkennungssysteme für typische Einsatzgebiete im Verbraucheralltag abzugeben. Bevorzugte biometrische Charakteristiken, aber auch die datentechnische und ergonomische Ausgestaltung sowie die Sozialverträglichkeit sind zu betrachten. Zum Beispiel könnte ein Ergebnis sein, dass biometrische Verfahren so weit wie möglich so gestaltet werden sollten, dass die Daten lokal gespeichert werden, der Kontrolle durch den Nutzer unterliegen und die Templates geschützt sind.

Das Projekt ist in nachfolgende Arbeitspakete (AP) aufgeteilt:

AP 1   Definition und Klassifizierung von aktuell genutzten und in den nächsten 5 Jahren zu erwartenden biometrischen Erkennungsverfahren

AP 2   Ermittlung von allgemeinen bzw. für Deutschland spezifischen Faktoren (insbesondere unter Berücksichtigung von Datenschutz- und Datensicherheitsaspekten), die die Verbraucherakzeptanz beeinflussen; Ableitung von Handlungsempfehlungen für die Verbraucherkommunikation.

AP 3   Ermittlung von Defiziten in der Normung unter Berücksichtigung von AP 1 und AP 2; Ableitung von Handlungsempfehlungen für die Normung.

AP 4   Empfehlungen für die Nutzung bestimmter biometrischer Erkennungssysteme für typische Einsatzgebiete im Verbraucheralltag

Bei Interesse bitten wir Sie, Ihr Angebot mit den geforderten Unterlagen und Nachweisen bis spätestens zum 12. Juni 2020 ausgefüllt an die Vergabestelle zurückzusenden.

Weitere Informationen:

Bekanntmachung

Aufforderung zur Angebotsabgabe