DIN Verbraucherrat

2014-06-30

Dach- und Hecklastträger für PKW

Normung von Dach- und Hecklastträgern für PKW gestartet

Fahrräder auf einem Dachgepäckträger
© B. Wylezich / Fotolia.com

Häufig reicht der Platz im Innenraum bzw. im Kofferraum eines PKWs nicht aus, um darin sperrige Güter, wie z. B. Fahrräder oder Skier, zu transportieren. Schwierigkeiten ergeben sich auch bei der Fahrt in den Urlaub, wenn mehrere Personen im Auto mitfahren und dadurch für deren Gepäck nicht genügend Platz bleibt. Eine einfache Lösung den Stauraum zu erweitern oder auch sperrige Güter zu transportieren, ist der Einsatz eines Dach- bzw. Hecklastträgers. In Deutschland allein sind z. B. über 7 Millionen Fahrradträger im Einsatz. Dabei erfreuen sich die Fahrradheckträger, welche auf der Anhängerkupplung montiert werden, immer größerer Beliebtheit. Diese sind gegenüber Dachträgern einfacher zu montieren und zu beladen, was insbesondere bei Elektrofahrrädern mit ihrem hohen Gewicht von 25 kg und mehr von hoher Bedeutung ist.

Sowohl Dachboxen als auch Fahrradträger werden in regelmäßigen Abständen von der Stiftung Warentest, den Automobilclubs (ADAC, ACE) sowie der Fachpresse (AutoBild, Auto Motor und Sport) getestet. Dabei fallen immer wieder Produkte mit eklatanten Mängeln auf: es lösen sich Teile, Haltebänder reißen, Boxen zerbrechen usw.

Für Dachlastträger gibt es derzeit nur eine gültige Norm aus dem Jahr 1991, die DIN 75302 „Dachlastträger für Personenkraftwagen - Sicherheitstechnische Anforderungen, Prüfungen“.

Ende der 1990er Jahre wurde zwar ein Anlauf gestartet die DIN 75302 zu überarbeiten und ggf. in eine internationale Norm zu überführen, jedoch konnten die Arbeiten nicht zum Abschluss geführt werden. Im Bereich der Hecklastträger gibt es keine Normen – weder auf deutscher noch auf internationaler Ebene.

Die momentane Situation ist sowohl für Verbraucher als auch für Hersteller und Prüfinstitute unbefriedigend. Derzeit auf dem Markt vertriebene Dachträgersysteme entsprechen zwar teilweise der DIN 75302, jedoch zeigen Tests, dass diese Anforderungen nicht ausreichen.

Auf Basis dieser Situation hat der TÜV Rheinland – unterstützt vom DIN Verbraucherrat – Normungsanträge zur Überarbeitung der DIN 75302 zu Dachlastträgern sowie zur Erarbeitung einer neuen Norm für Hecklastträger gestellt.

Ende 2013 fand unter Beteiligung der Geschäftsstelle des VR eine erste Sitzung des neu gegründeten NA 112-06-07 „Dach- und Hecklastträger“ statt. Darin wurde entschieden, dem Normungsantrag zuzustimmen und mit der Bearbeitung des Themas zu beginnen.

Folgende aus realem Fahrgeschehen abgeleitete Situationen müssen aus Sicht des DIN-Verbraucherrates in der Norm abgebildet werden:

  • mehrere Vollbremsungen aus 100 km/h;
  • City Crash Versuch mit 30 km/h;
  • abruptes Ausweichen durch Pylonengasse;
  • Überfahren von Bodenwellenkombinationen;
  • erweiterter Test der Rüttelfestigkeit auf einer Schlechtwegeteststrecke („Belgisch Block“).

Darüber hinaus haben noch weitere Inhalte Überarbeitungsbedarf, z. B. Kompatibilität zum Grundträger, Zugversuche mit Befestigungsmitteln, UV Widerstandstest sowie die Gebrauchsanleitung.

Mit der Überarbeitung bestehender bzw. Erarbeitung neuer Normen für Dach- und Hecklastträger kann ein großer Beitrag zur Erhöhung der Sicherheit des Verbrauchers geleistet werden. Darüber hinaus würden dann einheitliche Testkriterien existieren, auf die sich sowohl Hersteller als auch Prüfinstitute berufen können.

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Tim Salatzki

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