NA 043

DIN-Normenausschuss Informationstechnik und Anwendungen (NIA)

Projekt

Zeichen in Unicode für die elektronische Verarbeitung von Namen und den Datenaustausch in Europa; mit digitalem Anhang

Kurzreferat

Diese Norm legt die Zeichen fest, die für Namen im weiteren Sinne benötigt werden. Namen im weiteren Sinne sind Namen natürlicher Personen gemäß der Vorgaben des Personenstandsrechts ebenso wie Namen juristischer Personen, Namen von Produkten, Orten und Straßen sowie Titel von Dokumenten oder Gesetzen. Namen im weiteren Sinne können konkrete Objekte bezeichnen, aber auch virtuelle Konstrukte wie Produktgruppen oder Musikstile. Die Norm teilt sich auf in einen normativen Teil und einen nicht-normativen Teil. Der normative Teil der Norm legt diejenige Teilmenge der in Unicode enthaltenen Zeichen und Zeichensequenzen fest, die für IT-Verfahren für die elektronische Verarbeitung von Namen (im weiteren Sinne) auf Basis der lateinischen Schrift erforderlich ist. Sie MUSS deshalb von allen zu dieser Spezifikation konformen IT-Verfahren zumindest bei allen für Namen (im weiteren Sinne) bestimmten Datenfeldern unterstützt werden. Im normativen Teil wird auch eine gegebenenfalls erforderliche Abbildung der normativen Buchstaben auf die Großbuchstaben A bis Z bestimmt. Im nicht-normativen Teil der Norm werden darüber hinaus ergänzende Zeichen aus Unicode festgelegt, die eventuell zur Bildung von Namen juristischer Personen oder von Produkten benötigt werden. Im Kontext des EU-weiten Datenaustauschs ergibt sich ein erweiterter Bedarf an griechischen und kyrillischen Zeichen. Durch den normativen Teil wird eine Mindestmenge von Schriftzeichen bestimmt. Zur Norm konforme IT-Verfahren dürfen darüber hinausgehende Schriftzeichen unterstützen. In Schnittstellenvereinbarungen ist es jedoch erforderlich, den jeweiligen Zeichenvorrat abschließend festzulegen. Diese Norm stellt in Abschnitt 7 Datentypen für fachlich bestimmte Anwendungsfälle zur Verfügung. Dazu werden bestimmte Schriftzeichengruppen zu einer Menge zulässiger Schriftzeichen zusammengestellt. Diese Norm basiert auf dem Unicode-Standard und wendet sich vorrangig an Behörden und Organisationen, die IT-Verfahren betreiben, welche dem behördenübergreifenden Datenaustausch oder dem Datenaustausch mit Bürgern und Wirtschaft dienen. Sie deckt in ihrer Gesamtheit die EU-Amtssprachen und die Amtssprachen Islands, Liechtensteins, Norwegens und der Schweiz sowie die deutschen Minderheitensprachen ab. Alle in dieser DIN SPEC genannten Zeichen und Zeichensequenzen liegen in der Normalization Form C (NFC) des Unicode Standard Annex #15 "Unicode Normalization Forms" vor. Diese Norm trifft weder Aussagen zum Umgang mit historischen Zeichen noch zum Umgang mit Fließtext. Diese Norm regelt nicht die Darstellung von Zeichen (Glyphen).

Beginn

2019-10-17

Geplante Dokumentnummer

DIN 91379

Projektnummer

04300928

Zuständiges nationales Arbeitsgremium

NA 043-03-03-04 AK - Elektronische Verarbeitung von Namen 

Ihr Ansprechpartner

Herr Dipl.-Dok.

Gregor Roschkowski

Saatwinkler Damm 42/43
13627 Berlin

Tel.: +49 30 2601-2875
Fax: +49 30 2601-42875

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