NA 042

DIN-Normenausschuss Holzwirtschaft und Möbel (NHM)

2021-02-04

Prüfverfahren zur Bestimmung der Formaldehydabgabe aus Holzwerkstoffen – Ein Beispiel für den Nutzen der Normung

Im Februar 2021 erscheint die neue DIN EN ISO 12460-3 „Holzwerkstoffe - Bestimmung der Formaldehydabgabe - Teil 3: Gasanalyse-Verfahren“. Sie dient der Holzwerkstoffindustrie in der werkseigenen Produktionskontrolle zur Einhaltung der Grenzwerte der Formaldehydemission aus den Plattenwerkstoffen in die Raumluft. Am Beispiel diese Norm zeigt sich ganz konkret der Nutzen der Normung für die Wirtschaft.

Mithilfe der neuen Norm ist es gelungen, die Prüfdauer von vier Stunden auf drei Stunden zu verkürzen und dabei gleichzeitig die Messpräzision bei besonders formaldehydarmen Produkten zu verbessern. Zusätzliches zeitliches Einsparungspotential ergibt sich aus einem vereinfachten Handling bei der Aufbereitung der zu analysierenden Formaldehydlösung. Hierdurch verringert sich die erforderliche Arbeitszeit für die Durchführung einer Prüfung zusätzlich um bis zu 45 Minuten. Durch die Verkürzung der Prüfdauer lässt sich entweder die Prüfkapazität und damit die Produktionssicherheit erhöhen oder je nach Prüfbedarf die Anzahl der benötigten Prüfgeräte verringern. Innerhalb eines normalen Arbeitstages (8 h) ist nun die Durchführung von zwei kompletten Gasanalyseprüfungen möglich, wie die folgende Tabelle zeigt:

Schichtdauer

Anzahl Prüfungen je Gerät

Erhöhung der Prüfkapazität

[h]

alte Norm

neue Norm

[%]

8

1

2

50

24

6

8

25

Durch die erhöhte Prüfkapazität ließen sich auch Prüfgeräte einsparen. Die Kosten einer Prüfapparatur zur Gasanalyse und das zugehörige Equipment belaufen sich je nach Gerätehersteller auf 40.000 Euro bis 60.000 Euro.  Somit trägt die neue Norm ganz konkret zur Kostenersparnis in Unternehmen bei.

Ein weiterer Aspekt zur Kosteneinsparung ergibt sich wiederum aus der Vereinfachung des Handlings und der analytischen Auswertung. Dies erlaubt auch den Einsatz „fachfremden“ Personals also Einsatz von z. B. mechanisch-technischen Prüfern ohne spezielle chemisch labortechnische Kenntnisse.

Zusammengefasst eröffnet die neue Norm für die Unternehmen durch reduzierte Personalkosten und eine geringere Anzahl an notwendigen Prüfgeräten ein großes Einsparpotential.

Die Norm ist im ISO/TC 89 „Holzwerkstoffe“ unter deutscher Federführung gemeinsam mit dem CEN/TC 112 „Holzwerkstoffe“ im Rahmen der Wiener Vereinbarung zwischen CEN und ISO erarbeitet worden. Die Sekretariate der ISO- und CEN-Komitees sowie der zuständigen Arbeitsgruppen werden vom DIN-Normenausschuss Holzwirtschaft und Möbel (NHM) geführt. Die Norm ist auf der Grundlage der Ergebnisse des deutschen Forschungsprogramms „Optigas 2020“ zur Optimierung des Prüfverfahrens überarbeitet worden. Das pränormative Forschungsvorhaben wurde neben anderen Geldgebern durch den Verein zur Förderung der Normung im Bereich Holzwirtschaft und Möbel e.V. (VFNHM) finanziell unterstützt.

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