NA 119

DIN-Normenausschuss Wasserwesen (NAW)

2021-01-12

Gründung des NA 119-01-06 GA „Mikrokunststoffe“ – Aufruf zur Mitarbeit

Die Gründungssitzung für den NAW/FNK-Gemeinschaftsarbeitsausschuss NA 119-01-06 GA „Mikrokunststoffe“ wird am 19. Februar 2021 stattfinden

Die Untersuchung von Mikrokunststoffen in den verschiedenen Umweltmedien, hier insbesondere Oberflächengewässer (einschließlich Meere), Grundwasser, Niederschlagswasser, Sedimente und Böden sowie in Abwasser und durch technische Prozesse entstandene Wässer (z. B. Trinkwasser, Mineralwässer) und Schlämme (z. B. Klärschlämme), Bodenmaterialien und Baggergut, hat inzwischen einen Status erreicht, der eine horizontale Betrachtung und Standardisierung von Verfahren der Probenahme, Probenvorbehandlung, Analytik und Ergebnisauswertung notwendig macht. Schließlich unterliegt auch die Freisetzung von Mikrokunststoffen aus den verschiedensten Produkten hinsichtlich ihrer Verbreitung und Wirkung in der Umwelt denselben Beurteilungskriterien. Ein validiertes Instrumentarium zum Erhalt plausibler Analysendaten ist Voraussetzung dafür, den Eintrag, die Verteilung und den Verbleib von Mikrokunststoffen in der Umwelt zu beurteilen. Das ist die Basis für (rechtliche) Maßnahmen, um Einträge zu vermindern. Zunehmend findet auch die Untersuchung von Biota unter human- und ökotoxikologischen Aspekten Beachtung sowie die Untersuchung von Lebens- und Futtermitteln, Düngemitteln und Bodenverbesserungsmitteln.

Die genannten natürlichen und naturnahen Matrices und technisch hergestellten Produkte dürfen nicht für sich betrachtet werden, da sie Bestandteile eines oder mehrerer natürlicher oder technischer Kreisläufe sind, die miteinander im Zusammenhang stehen. Für eine wissenschaftliche und politische Einordnung des Zustands ist daher die übergreifende – horizontale – Befassung essentiell. Daher ist es wichtig, frühzeitig eine gemeinsame Bezugsbasis (Nomenklatur) für alle Bereiche zu schaffen, Untersuchungsstrategien und Verfahren zu entwickeln, die ineinandergreifen und mit einer überschaubaren Anzahl von instrumentellen Techniken umsetzbar sind.

Beruhend auf dem Beschluss des ISO/TMB zur Vermeidung von Doppelarbeit zur Untersuchung von Wasser auf Verunreinigungen durch Mikrokunststoffe erfolgt die Erarbeitung von Internationalen Normen und Standards dazu gemeinschaftlich durch die ISO/TC 147/SC 2/JWG 1 „Plastics (including microplastics) in waters and related matrices“ (Arbeitstitel), einer Joint Working Group von ISO/TC 61/SC 14 Plastics - Environmental aspects und ISO/TC 147/SC 2 „Water quality - Physical, chemical and biochemical methods“ die auch für Experten aus anderen mit dem Thema Mikrokunststoffe befassten Bereichen offenstehen soll. Diese Vorgehensweise wurde durch die genannten Gremien per Abstimmung am 11.12.2020 bestätigt. Die konstituierende Sitzung der Joint Working Group soll am 24./25. Februar 2021 erfolgen.

Mit dem Ziel, die Arbeiten der Joint Working Group und idealerweise die bereits darüber hinaus in weiteren ISO- und CEN-Gremien (z. B. ISO/TC 38 Textiles und CEN/TC 248 Textiles and textile products) erfolgenden Arbeiten möglichst zentral zu diskutieren, wird dazu in Abstimmung mit dem DIN-Normenausschuss Kunststoffe (FNK) im DIN-Normenausschuss Wasserwesen (NAW) ein neuer Arbeitsausschuss (Gemeinschaftsarbeitsausschuss) „Mikrokunststoffe“ eingerichtet. Dieser Ausschuss soll ebenfalls matrixoffen sein, d. h. auch die Untersuchung von Mikrokunststoffen in anderen Matrizes außer Wasser sollte hier gebündelt erfolgen. Die bisher in separaten Gremien des DIN-FNK und DIN-NAW erfolgenden Arbeiten sollen mit Gründung des Gemeinschaftsarbeitsausschusses dort integriert werden.

Wir kommen mit dieser Entscheidung dem vermehrt an uns gestellten Wunsch zur Koordinierung der Normungs- und Standardisierungsarbeiten nach und hoffen auf breite Unterstützung.

Die Gründungssitzung für den NAW/FNK-Gemeinschaftsarbeitsausschuss NA 119-01-06 GA "Mikrokunststoffe" wird am 19. Februar 2021 stattfinden. Wenn Sie an der Mitarbeit interessiert sind, können Sie sich gern mit uns in Verbindung setzen. Ihr Ansprechpartner ist Herr Andreas Paetz, andreas.paetz@din.de, +49 30 2601-2448.