NA 027

DIN-Normenausschuss Feinmechanik und Optik (NAFuO)

2018-06-04

Normen des Monats Mai 2018

Normen DIN ISO 10110-7 und DIN ISO 14997 zu Unvollkommenheiten in optischen Elementen

Objektivlinse
Objektivlinse
© Alex Yeung/Fotolia

Die internationalen Normen ISO 10110-7 und ISO 14997 wurden im internationalen Gremium ISO/TC 172/SC 1 „Fundamental Standards“ unter Beteiligung deutscher Experten erarbeitet und 2017 veröffentlicht. Nun folgen die deutschen Übersetzungen der Normen, die im NA 027-01-02 AA „Grundnormen der Optik“ erarbeitet und im Mai 2018 veröffentlicht werden.

DIN ISO 10110-7 trägt den Titel „Optik und Photonik — Erstellung von Zeichnungen für optische Elemente und Systeme — Teil 7: Oberflächenunvollkommenheiten (ISO 10110-7:2017)“. Sie legt die Angaben zu der Akzeptanzgrenze von Oberflächenunvollkommenheiten innerhalb eines Prüfbereichs bei einzelnen optischen Elementen und optischen Baugruppen fest. Diese umfassen örtlich begrenzte Oberflächenunvollkommenheiten, Randaussprünge und lange Kratzer.

Die Akzeptanzgrenze wird für Unvollkommenheiten unter Berücksichtigung von funktionellen Wirkungen (die Bildentstehung oder die Beständigkeit des optischen Elementes betreffend) sowie kosmetischen Wirkungen (Erscheinungsbild) festgelegt.

Sie gilt sowohl für durchlässige und reflektierende Oberflächen von fertigen optischen Elementen, ob beschichtet oder nicht, als auch für optische Baugruppen. Sie erlaubt die Festlegung zulässiger Unvollkommenheiten bezüglich der von ihnen betroffenen Fläche, oder alternativ bezüglich der Sichtbarkeit der Unvollkommenheiten auf Komponenten oder optischen Baugruppen.

In der früheren Ausgabe von ISO 10110-7 wurden die Angaben ausschließlich nach deren Größe bzw. Fläche gemacht, welche Abmessungsmethode genannt wird. Jedoch wurde in der Wirtschaft auch eine andere Methode angewendet um Unvollkommenheiten zu spezifizieren, diese erfolgt über deren Sichtbarkeit und geht auf die MIL-PRF-13830B zurück. Die Sichtbarkeitsmethode wurde nun neu in ISO 10110-7 aufgenommen. Somit hat der Nutzer nun zwei verschiedene Möglichkeiten der Angabe von Unvollkommenheiten, je nach Bedarf.

DIN ISO 14997 trägt den Titel „Optik und Photonik — Prüfverfahren für Oberflächenunvollkommenheiten optischer Elemente (ISO 14997:2017)“; sie befasst sich mit den Prüfverfahren für die zugehörigen Angaben nach DIN ISO 10110-7.

Für mit dem Sichtbarkeitsverfahren spezifizierte Unvollkommenheiten werden zwei Prüfmethoden beschrieben. Die erste ist die visuelle Beurteilung der Oberfläche ohne jegliches Vergleichsnormal (IVV). Die zweite ist die visuelle Beurteilung einer Oberflächenunvollkommenheit im Vergleich zu einem Artefakt mit bekannter Helligkeit (ISV).

Für mit dem Abmessungsverfahren spezifizierte Unvollkommenheiten werden drei Methoden beschrieben. Die erste ist die visuelle Beurteilung der Oberfläche ohne jegliches Vergleichsnormal (IVD). Die zweite ist die Abmessungsbeurteilung einer Oberflächenunvollkommenheit im Vergleich zu einem Artefakt mit bekannter Größe (ISD). Die dritte ist die Messung einer Oberflächenunvollkommenheit mit Vergrößerung und entweder einem Vergleichsartefakt mit bekannter Größe oder einer Strichplatte bzw. einem Maßstab (IMD).

Es sind Instrumente verfügbar, die eine objektive Messung der Helligkeit (Digital-Scatterometrie) oder der Größe (Digital-Mikroskopie) ermöglichen. Obwohl diese Instrumente für die Beurteilung von Oberflächenunvollkommenheiten benutzt werden können, liegen sie außerhalb des Anwendungsbereiches  von ISO 14997.

ISO 14997 wurde maßgeblich inhaltlich überarbeitet, um sie an die neue ISO 10110-7 und die zugehörige Sichtbarkeitsprüfung anzupassen.

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