NA 027

DIN-Normenausschuss Feinmechanik und Optik (NAFuO)

2019-03-28

Normen des Monats März 2019

DIN 13094-1, -2, -3 Blei und Cadmium in metallischen Gegenständen mit Körperkontakt - Teil 1: Aufschlussverfahren, Teil 2: Flammenatomabsorptionsspektrometrie (F-AAS) nach Säureaufschluss, Teil 3: Bestimmung mit optischer Emissionsspektroskopie mit induktiv gekoppeltem Plasma (ICP-OES) nach Säureaufschluss

Blei und Cadmium sind Schwermetalle, die bereits in relativ niedriger Dosierung die Gesundheit schädigen können. Beide Stoffe sind in der Umwelt weit verbreitet. Der Mensch nimmt sie über verschiedene Quellen wie Lebensmittel und Trinkwasser, aber auch durch den Kontakt mit verbrauchernahen Produkten auf.

Blei schädigt in erster Linie das Zentralnervensystem und damit die Hirnfunktion, es kann aber auch das Hormonsystem beeinflussen. Cadmium schädigt die Nieren, es wird im Körper aufgrund seiner langen Verweilzeit angereichert. Außerdem wirkt Cadmium knochenschädigend und beeinflusst das Hormonsystem.

Mit der europäischen REACH-Verordnung gelten für das Inverkehrbringen von Schmuck seit Dezember 2011 strenge Grenzwerte für den Einsatz von Cadmium und seit Oktober 2013 für Blei. Werden die Grenzwerte von 0,01 Gewichtsprozent für Cadmium und 0,05 Gewichtsprozent für Blei in neuem Schmuck bzw. Teilen des Schmucks überschritten, darf er nicht verkauft werden.

Die dreiteilige Normenreihe DIN 13094 beschreibt ein Aufschlussverfahren sowie zwei alternative Messverfahren zur Untersuchung des Gehalts von Blei und Cadmium in Bedarfsgegenständen.

In Teil 1 wird das Aufschlussverfahren erläutert. Das zu prüfende metallische Teil wird zunächst mit 33-prozentiger Salpetersäure oder Königswasser und, sofern notwendig, mit weiteren Säuregemischen aufgeschlossen.

Teil 2 behandelt das Verfahren zur quantitativen Messung des Blei- oder Cadmiumgehalts mit Flammenatomabsorptionsspektrometrie. Die Aufschlusslösung wird zerstäubt und das Aerosol über den Acetylenbrenner in den Strahlengang eines Atomabsorptionsspektrometers geleitet. Die dort gebildeten Atome absorbieren je nach Element und Konzentration einen spezifischen Strahlungsanteil und können so quantifiziert werden.

Teil 3 behandelt das Verfahren zur quantitativen Messung des Blei- oder Cadmiumgehalts mit optischer Emmissionsspektroskopie im induktiv gekoppelten Plasma. Die Aufschlusslösung wird zerstäubt und das Aerosol in ein induktiv gekoppeltes Argonplasma geleitet, wo die Elemente zur Strahlung angeregt werden. Die Emissionsstrahlung wird spektral zerlegt und ihre Intensität an elementspezifischen Wellenlängen mit einem Detektorsystem bestimmt.

Für beide Verfahren wird der Gehalt in Massenanteil (mg/kg) angegeben. Für Blei können je nach Probeneinwaage Massenanteile (ω) mindestens ab 0,01 Prozent (100 mg/kg), für Cadmium Massenanteile (ω) mindestens ab 0,002 Prozent (20 mg/kg) erfasst werden.

Ursprünglich wurde das Verfahren von der Unterarbeitsgruppe „Elemente in Schmuck“ des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit zur Durchführung des § 64 LFGB als amtliche Methode erarbeitet.

Dieses Dokument wurde durch den NA 027 04 07 AA „Analyseverfahren für Allergene und gesundheitlich bedenkliche Metalle“ im DIN Normenausschuss Feinmechanik und Optik (NAFuO) übernommen.

 

DIN 13094-1 bestellen

DIN 13094-2 bestellen

DIN 13094-3 bestellen




Ihr Ansprechpartner

DIN e. V.

Petra Bischoff

Alexander-Wellendorff-Str. 2
75172 Pforzheim

Ansprechpartner kontaktieren