NA 027

DIN-Normenausschuss Feinmechanik und Optik (NAFuO)

2019-01-23

Normen des Monats Juni 2018

DIN EN 144-1 und DIN EN 144-2 Atemschutzgeräte - Gasflaschenventile - Teil 1: Eingangsanschlüsse / Teil 2: Ausgangsanschlüsse

Stoßprüfvorrichtung
Stoßprüfvorrichtung
© DIN e.V.

Die beiden genannten Normen wurden unter Beteiligung deutscher Experten im CEN/TC 79 "Atemschutzgeräte", dessen Sekretariat von DIN gehalten wird, erarbeitet.
Die DIN EN 144-1 legt die Maße und Toleranzen sowie die Anforderungen an die Schlagfestigkeit und Kennzeichnung von Eingangsanschlüssen fest, die zum Anschluss von Flaschenventilen an Gasflaschen für Atemschutzgeräte verwendet werden.
Laut Definition ist ein Flaschenventil ein in die Druckluftflasche eingeschraubtes und zum kontrollierten Öffnen und Schließen der Flasche geeignetes, handbetätigtes Durchgangsventil.
Flaschenventile für Pressluftatmer werden nach DIN EN 144 zugelassen und sind je nach Gasart mit unterschiedlichen Schraubanschlüssen ausgerüstet, wobei nur die folgenden verwendet werden dürfen: M 18x1,5, M 25x2 oder 17E.. Die Verwendung von Adaptern zwischen Flaschenventil und Gasflasche ist verboten.
Je nach der Form des Gewindes zum Einschrauben in die Druckluftflasche bezeichnet man die Ventile als zylindrische (M 18x1,5, M 25x2) oder kleinkonische (17E) Flaschenventile. Sie müssen im eingeschraubten Zustand einer Belastung mit der Mindestschlagenergie von 120 J standhalten und nach erfolgter Prüfung wird die gesamte Undichtigkeit bestimmt.
Die DIN EN 144-2 legt die Maße und Toleranzen sowie die Anforderungen an die Kennzeichnung von Ausgangsanschlüssen fest, die Druckregler und Flaschenventile für Atemschutzgeräte, außer für Tauchanwendungen, verbinden.
Die Norm enthält ein Klassifikationsschema, dass die folgenden Anschlüsse beschreibt:
? Typ A1: Betriebsdruck für Atemluft bis 232 bar;
? Typ A2: Betriebsdruck für Atemluft über 232 bar und bis 300 bar;
? Typ A3: Betriebsdruck für Atemluft über 300 bar und bis 400 bar;
? Typ O1: Betriebsdruck für Sauerstoff bis 232 bar;
? Typ O2: Betriebsdruck für Sauerstoff über 232 bar und bis 300 bar;
? Typ M1: Betriebsdruck für Sauerstoff/Stickstoff-Gemische bis 232 bar;
? Typ M2: Betriebsdruck für Sauerstoff/Stickstoff-Gemische über 232 bar und bis 300 bar,
wobei die Flaschenventile und die Gasflasche gegen den maximalen Betriebsdruck, innerhalb des Druckbereiches der Verbindung (d. h. 232 bar, 300 bar oder 400 bar), geprüft werden müssen.
Im Hinblick auf die Diskussionen im ISO/TC 58/SC 2, die bei Ausgangsanschlüsse für Gasflaschenventile für verdichtete Atemluft zu einer Erhöhung des maximalen Flaschen-Betriebsdruck auf 500 bar führten, haben sich die Experten des CEN/TC 79 auf einen maximalen Betriebsdruck von 400 bar festgelegt.
Beide Normen sind aufgrund der Diskussionen im CEN/TC 79 und den Einsprüchen des damals noch verantwortlichem New Approach Consultant (NAC) nicht mehr als harmonisierte im Amtsblatt der Europäischen Union gelistet.

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