NA 027

DIN-Normenausschuss Feinmechanik und Optik (NAFuO)

2019-07-04

Norm des Monats Juni 2019

DIN 6160 Augenoptik und ophthalmische Instrumente — Anomaloskope zur Diagnose von angeborenen Rot-Grün-Farbsinndefekten und erworbenen Farbsinnstörungen — Grundlegende Anforderungen

HMC Anomaloskop
HMC Anomaloskop
© Oculus Optikgeräte GmbH

Die nationale Norm DIN 6160 gilt für Anomaloskope zur Diagnose und Beurteilung von Farbsinnstörungen. Bei der Untersuchung steht die Diagnostik von Rot-Grün-Schwächen im Vordergrund, die vor allem für die sichere Ausübung einiger Berufe überprüft werden muss.
In Gesetzen und Eignungsrichtlinien sind Merkmale des Farbensehens für die Qualifikation bei bestimmten Berufstätigkeiten vorgegeben. Dies betrifft z.B. Piloten, Lokführer oder Busfahrer, die im Straßen-, Bahn- bzw. Luftverkehr eine besondere Verantwortung tragen. Aus diesem Grund ist eine Untersuchung des Farbensehens Teil der ärztlichen Tauglichkeitsuntersuchung.
Dieses Dokument legt Anforderungen an die optischen und die physiologisch relevanten Kenngrößen fest, so dass die am untersuchten Auge des Prüflings festgestellten Zahlenwerte unabhängig von der sonstigen Konstruktion des benutzten Anomaloskops sind. Diese Festlegungen betreffen die für das Farbensehen relevanten physiologischen Kennwerte von Anomaloskopen wie Wellenlänge, Leuchtdichte und Winkelgröße des Testfeldes.
Zur Beurteilung des Farbsinns blickt der Prüfling mit einem Auge durch ein Okular auf das Testfeld, auf welchem ein in zwei Hälften horizontal geteilter Kreis dargestellt wird. Auf der unteren Hälfte (Gelbfeld) wird ein spektrales Gelb als Referenzfeld dargeboten. Auf der oberen Hälfte (Mischfeld) lassen sich ein spektrales Rot  und ein spektrales Grün durch Drehen an einem Feintrieb mischen, so dass der Farbtüchtige im Mischfeld eine mit dem Vergleichsfeld übereinstimmende Gelbtönung einstellen kann bzw. „annimmt“, so dass ein komplett gelber Kreis entsteht.
Bei einer Grünschwäche wird im oberen Halbkreis zu viel Grün dazugegeben, bei einer Rotschwäche wird zu viel Rot eingestellt. Der Farbsinn wird dann durch einen Anomalquotienten quantitativ beschrieben.
Das zuständige nationale Normungsgremium ist der Arbeitsausschuss NA 027-01-08 AA „Augenoptik“, Arbeitskreis „Ophthalmische Instrumente“ im DIN-Normenausschuss Feinmechanik und Optik (NAFuO). Die DIN 6160 wurde dem zuständigen internationalen Gremium ISO/TC 172/SC 7/WG 6 als Ausgangspunkt für einen Internationalen Standard vorgelegt. Eine mögliche Übernahme soll auf der nächsten Sitzung des ISO/TC 172/SC 7/WG 6 diskutiert werden.

 

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