NA 027

DIN-Normenausschuss Feinmechanik und Optik (NAFuO)

2018-02-14

Norm des Monats 2017-12

DIN EN ISO 21987 Augenoptik — Fertig montierte Korrektionsbrillengläser

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Korrektionsbrille
© Rodenstock GmbH

Egal ob Kurz-, Weit- oder Alterssichtigkeit, bei den allermeisten Menschen lässt früher oder später die Sehschärfe nach. Korrektionsbrillen haben sich als klassische Möglichkeit zur Korrektur von Fehlsichtigkeit bewährt und werden von Augenoptikern individuell nach den Bedürfnissen des jeweiligen Kunden angefertigt.

Auch wenn Fehlsichtigkeit an sich nicht als Krankheit gilt, sind Korrektionsbrillen in der EU als Medizinprodukte der Klasse I eingestuft. Die meisten augenoptischen Betriebe ziehen zur Erfüllung ihrer diesbezüglichen Verpflichtungen unter anderem die harmonisierte europäische Ausgabe der DIN EN ISO 21987 heran.

Als die ISO Fassung vor fast zehn Jahren erschien, war sie ein Meilenstein: Die erste international gültige Norm für Korrektionsbrillen überhaupt. Seit dieser Zeit hat sich die Brillenoptik in großen Schritten weiterentwickelt. Die sog. Freiformtechnik hat als Fertigungs­technologie völlig neue Möglichkeiten eröffnet. Brillengläser können damit zu wirtschaftlichen Bedingungen als Unikate hergestellt werden. Noch wichtiger sind neue Algorithmen, die es erlauben, Gläser für jeden Brillenträger, jede Fassung und jede Tragesituation einzeln zu optimieren. In diese Berechnungen fließen – je nach Hersteller – neben Erkenntnissen aus der Optik auch (neue) Einsichten aus Physiologie und Ergonomie ein.

Diese erfreuliche Entwicklung hat zu einer Vielzahl verschiedener Brillenglastypen und Optimierungsoptionen geführt. Um ersterer zu begegnen ohne die DIN EN ISO 21987 unnötig umfangreich oder komplex werden zu lassen, wurde jetzt in der Norm ein neues System implementiert, bei dem von dem Anwendungszweck der Brille (z. B. Fernbrille, Universal­gleitsichtbrille, Arbeitsplatzbrille) abstrahiert und stattdessen nach spezifizierten und nach­zuprüfenden Eigenschaften klassifiziert wird. Im Hinblick auf die angesprochenen Optimierungs­methoden wurde das Verfahren der Nachmessung mit vom Hersteller vorgegebenen Referenzwerten und Bezugspunkten gestärkt, weil sich die Gegebenheiten von Tragesituation und Auge von den zur Überprüfung eingesetzten Scheitelbrechwert-Messgeräten unter­scheiden. Dabei behalten trotz der Neuerungen die bewährten Prozesse und Toleranzen ihre Gültigkeit, so dass größere Umstellungen im Arbeitsablauf nicht notwendig sind.

 

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