NA 027

DIN-Normenausschuss Feinmechanik und Optik (NAFuO)

2018-02-08

Norm des Monats 2017-07

DIN ISO 1413 Zeitmesstechnik - Stoßsichere Armbanduhren

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Stoßsichere Armbanduhren
© NAFuO

Der Begriff Stoß ist ein Zusammentreffen zweier (oder mehrerer) Körper, bei dem kurzzeitig Kräfte aufeinander wirken. Jede Armbanduhr kann Stößen ausgesetzt werden. Sie kann herunterfallen oder gegen Hindernisse wie zum Beispiel Türrahmen schlagen. Auf Grundlage der Schwungkrafttheorie kollidiert der Hammer des in dieser Norm beschriebenen Pendels, der ein sich bewegender Körper unter Einfluss der Schwerkraft ist und eine Schwungkraft besitzt, mit der Uhr, die sich im Ruhezustand befindet. Im Moment des Aufpralls wird die Uhr durch die Kraft, die durch den elastischen Stoß des Hammers ausgeführt wird, beschleunigt. Die Uhr wird somit selbst in Bewegung gesetzt und erhält ihre eigene Schwungkraft.

Bei der Freifallprobe fällt die Uhr von einer Auflage aus einer definierten Höhe herab. Die Schwerkraft beschleunigt die Uhr in Richtung der Aufprallfläche. Im Moment des Aufpralls wird die Uhr einer negativen Beschleunigung ausgesetzt, die von der Aufprallfläche während des Stoßes verursacht wird. Die linearen Stöße, die auf die Uhr ohne Band ausgeübt werden, sowie der freie Fall der vollständigen Uhr aus einem Meter Höhe stellen sehr hohe Belastungen für alle Bestandteile der Uhr dar. Abhängig von der Gesamtmasse der Uhr, ihrer konstruktiven Anordnung, der Geometrie, der verwendeten Materialien und der von den Bauteilen erforderlichen Funktionen können lineare Beschleunigungen beobachtet und gemessen werden. Deshalb schwächt jeder Stoß, der im Rahmen dieser Norm ausgeübt wird, die Bestandteile erheblich und bringt sie dem Überlastungszustand und schließlich einer kompletten Beschädigung näher.

Dieses Phänomen sowie die Folgen einer ständigen Belastungskumulierung sind die Gründe, warum die Annahmekriterien selektiv angewandt und die Nachwirkungen nach jeder Prüfung betrachtet werden müssen.

Diese Norm ist dafür vorgesehen, die beglaubigte Prüfung von Uhren (Bauartprüfung) zuzulassen, anstatt die Überprüfung aller Uhren einer Produktionscharge durchzuführen. Von der Annahme ausgehend, dass jede Uhr den Mindestanforderungen ohne scheinbaren Schaden entspricht, könnten Neueinstellungen immer noch notwendig sein, da die Prüfung zu einer Änderung der anfänglichen Funktionen und der Ganggenauigkeit einer Uhr führen kann. Anwender der Norm sind in erster Linie die Hersteller, die dem Endverbraucher eine stoßsichere und damit alltagstaugliche Uhr zur Verfügung stellen.

Bei der vorliegenden Norm handelt es sich um eine Prüfnorm.

Grundlegend werden auch Aspekte der Qualität und der Produktsicherheit behandelt.

Die ISO 1413 wurde vom ISO/TC 114/SC 1 „Shock resistant watches“ (Sekretariat: SNV, Schweiz) unter Beteiligung deutscher Experten ausgearbeitet.
Im DIN Deutsches Institut für Normung e. V. ist hierfür der DIN-Normenausschuss Feinmechanik und Optik (NAFuO), Arbeitsausschuss NA 027-04-08 AA „Fernrohre und Vergrößerungsgläser“ zuständig.


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