NA 054

DIN-Normenausschuss Kunststoffe (FNK)

2019-11-19

Inhaltliche Arbeit des neu gegründeten DIN-Arbeitsausschusses „Recycling von Kunststoffen in der Kreislaufwirtschaft“ beginnt

Innerhalb des DIN-Normenausschusses Kunststoffe (FNK) des Deutschen Instituts für Normung e. V. (DIN) wurde im Mai 2019 der neue Arbeitsausschuss NA 054-01-08 AA „Recycling von Kunststoffen in der Kreislaufwirtschaft“ gegründet. Hierbei handelt es sich um ein Expertengremium bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern aus Industrie, öffentlicher Hand und Forschung, das Normen und Standards für ein nachhaltiges Recycling von Kunststoffen erarbeitet. Am 4. November 2019 fand die erste Arbeitssitzung statt.

Kreislaufwirtschaft in der Kunststoffindustrie

Zahlreiche Kunststoffprodukte begleiten uns bewusst oder unbewusst in unserem Alltag: als Zahnbürsten, Kleidung, Smartphones oder Computer, Haushalts- und Sportgeräte, Möbel oder im Auto. Die Medizin-, Bau- oder Verpackungsindustrie, ähnlich wie die aktuellen Megatrends Leichtbau oder E-Mobilität, wären ohne Kunststoffe nicht denkbar. Diese große Marktbedeutung haben Kunststoffe dank ihrer ausgezeichneten Verarbeitungs- und Gebrauchseigenschaften gewonnen, welche in den letzten Jahrzehnten intensiv weiterentwickelt und optimiert wurden. Bisher herrscht in der Kunststoffindustrie jedoch ein lineares Wirtschaftsmodell vor, da vor allem die Gebrauchseigenschaften für die Nutzugsdauer der Kunststoffprodukte optimiert werden. Die Branche wird sich allerdings zunehmend bewusst, dass neben den vorteilhaften Eigenschaften in der Gebrauchsphase eine wirtschaftliche Wiederverwertung der Kunststoffe eine große Rolle spielen muss.

Das steigende Umweltbewusstsein und ein nachhaltiger Umgang mit endlichen Ressourcen erfordert die konsequente Umsetzung der Kreislaufwirtschaft in der Kunststoffindustrie. Dieser Ansatz repräsentiert ein regeneratives System, in dem die Kunststoffabfälle, welche nach der Produktion sowie nach der Nutzungsdauer der Produkte entstehen, möglichst effektiv verwertet und wieder genutzt werden können. Die Basis für ein nachhaltiges marktfähiges Kunststoff-Recycling ist dabei die reproduzierbare und hochwertige Qualität von Kunststoff-Rezyklaten. Die Erarbeitung von Qualitätsanforderungen an sinnvollen Stellen der Wertschöpfungskette kann hier auch neue Anwendungsbereiche für die verwerteten Kunststoffabfälle erschließen.

Experten entlang der Wertschöpfungskette setzen sich zusammen

Um eine Qualitätssicherung von Kunststoff-Rezyklaten zu schaffen, arbeiten nun Expertinnen und Experten der interessierten Kreise im neu gegründeten Arbeitsausschuss zusammen. Der Arbeitsausschuss spiegelt die internationalen und europäischen Arbeiten zur stofflichen Verwertung von Kunststoffen und erarbeitet Normen, Spezifikationen und Technische Berichte für die Erfassung, Sortierung und Verwertung von Kunststoffabfällen. Dies beinhaltet die Charakterisierung der Qualität von Kunststoffabfällen entlang der Wertschöpfungskette und von Rezyklaten, außerdem die verfügbaren Prüfverfahren, sowie die Verfahren zur Probennahme, Probenvorbereitung und Analytik. Zudem werden in diesem Arbeitsausschuss Recyclingverfahren und Produktspezifikationen betrachtet. Der Arbeitsausschuss trifft sich zwei bis dreimal im Jahr, um die einzelnen Themen und die entsprechenden Normen auszuarbeiten. Neben den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern werden nach Bedarf externe Fachexpertinnen und -experten eingeladen.

Madina Shamsuyeva, Institut für Kunststoff- und Kreislauftechnik

Stefanie Bierwirth, Deutsches Institut für Normung e. V.

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Stefanie Bierwirth

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