NA 031

DIN-Normenausschuss Feuerwehrwesen (FNFW)

2019-12-17

2019-12: Neuausgabe E DIN 14502-2 (Fahrzeuganforderungen)

erscheint voraussichtlich im 2. Quartal 2020 – Trinkwasserschutzvorgaben wurden erhöht

Voraussichtlich im 2. Quartal 2020 wird die Neuausgabe von E DIN 14502-2 „Feuerwehrfahrzeuge – Teil 2: Zusätzliche Festlegungen zu DIN EN 1846-2 und DIN EN 1846-3 (Vorschlag für eine Europäische Norm)“ erscheinen, die vom Arbeitsausschuss NA 031-04-06 AA „Allgemeine Anforderungen an Feuerwehrfahrzeuge – Löschfahrzeuge – SpA zu CEN/TC 192/WG 3“ im DIN Normenausschuss Feuerwehrwesen (FNFW) zum Druck als weiterer Norm-Entwurf freigegeben wurde.

Die Neuausgabe wird die dann zurückgezogene Vorgängerfassung von Februar 2019 ersetzen. Besonders erwähnenswert sind drei aktualisierte bzw. neu geregelte Punkte zum Trinkwasserschutz, zur Druckstoßvermeidung sowie zur Unfallvermeidung beim Aus- und Einsteigen.

1. Trinkwasserschutzvorgaben:

Es wird explizit darauf hingewiesen, dass Löschwasserbehälter nicht für den Trinkwassertransport vorgesehen sind.

Um die Schutzziele eines freien Einlaufs in den Löschwasserbehälter nach DVGW-W 405-B1 „Bereitstellung von Löschwasser durch die öffentliche Trinkwasserversorgung – Beiblatt 1: Vermeidung von Beeinträchtigungen des Trinkwassers und des Rohrnetzes bei Löschwasserentnahmen“ zu erreichen,

  • muss eventueller Rückfluss des Löschwasserbehälterinhaltes über die Tankfüllleitung(en) (intern und extern) des auf ebener Fläche stehenden Fahrzeugs ausgeschlossen sein. Dazu muss die untere Kante des Einlaufes des Wassers über der Höhe des Wasserspiegel bei maximalem Füllstand liegen;
  • muss eventueller Rückfluss von Wasser in die Tankfüllleitung(en) während der Fahrt infolge der Wasserbewegung im Tank minimiert werden, z. B. mit Hilfe einer Klappe am Ende des Einlaufs;
  • muss jede Tankfüllleitung (intern und extern) einen eigenen freien Einlauf haben und restlos entwässert werden können.

Bei Füllung des Löschwasserbehälters über die interne Tankfülleitung von der Pumpe aus bei Nennausgangsdruck der Pumpe (10 bar) darf aus der/den externen geöffneten Tankfüllleitung(en) kein Wasser austreten. Bei Überlauf des Löschwasserbehälters ist die Prüfung zu beenden.


Diese Festlegungen dienen gemeinsam mit dem mobilen Systemtrenner B-FW nach DIN 14346 dem Schutzziel von DVGW-W 405‑B1 und ermöglichen einen geringstmöglichen Luftraum im Löschwasserbehälter, der für ein sicheres Fahrverhalten überaus wichtig ist.

2. Druckstoßvermeidung:

Um Druckstöße zu vermeiden, muss die Betätigungszeit für Öffnen und Schließen fremdbetätigter Absperreinrichtungen mindestens 3 s betragen (identisch dem amerikanischen NFPA-Standard). Damit keine wesentlichen Druckstöße nach DVGW-W 405-B1 auftreten (Vermeidung von Druckstößen nach DIN EN 805), sind die Armaturen und Steuerungseinrichtungen/-einheiten so auszulegen bzw. müssen in solcher Beschaffenheit arbeiten, dass Druckstöße 2 bar nicht überschreiten und 50 % des Eingangsdrucks unterschreiten.

3. Stufenzugänge in den Mannschaftsraum:

Um die Aus- und Einsteigegefährdung bei Stufenzugängen in den Mannschaftsraum mit Atemschutzgeräten zu reduzieren, muss bei Fahrzeugen der Kategorie 2 und 3 (geländefähige bzw. geländegängige Fahrzeuge) sowie bei Kategorie 1 (nur straßenfähig) ab Massenklasse MII (9 t bis 14 t Gesamtmasse) der horizontale Abstand zwischen den Vorderkanten zweier aufeinanderfolgender Stufen > 150 mm betragen.

Weitere Aktualisierungen sind unter anderem:

  • Bei Nutzung der Anhängekupplung ist der Einfluss auf die zulässige Gesamtmasse des Fahrzeuges, des Zuges und der Achslasten des Zugfahrzeuges zu beachten.
  • Auf allen Plätzen des Mannschaftsraums müssen Dreipunktgurte vorgesehen werden. Im Fahrerhaus sollte auch der mögliche Mittelsitz einen Dreipunktgurt haben.
  • Der Pumpenbetrieb während der Fahrt („Pump and Roll“) wurde aufgenommen.

Zweck des Norm-Entwurfs:

Der kommende Norm-Entwurf ist, wie bereits die Vorgängerausgaben, als Vorschlag für eine Änderung bzw. Ergänzung der europäischen Feuerwehrfahrzeug-Normen DIN EN 1846‑2 und DIN EN 1846‑3 konzipiert, um pro-aktiv die Revision der genannten Europäischen Normen vorzubereiten. Daher ist das Ergebnis der Einspruchsberatung zum Norm-Entwurf E DIN 14502‑2 vom Februar 2019 in diesem weiteren Norm-Entwurf veröffentlicht. Es ist beabsichtigt (und teilweise bereits erfolgt) diesen Norm-Entwurf als deutschen Vorschlag für eine Änderung bei CEN Europäisches Komitee für Normung einzubringen.

Ein informativer Anhang A enthält Erläuterungen zu Festlegungen in DIN EN 1846‑2 und DIN EN 1846‑3 und wurde vom Arbeitskreis NA 031-04-06-01 AK „Auslegung DIN EN 1846“ des NA 031-04-06 AA erarbeitet, mit dem Ziel, nicht eindeutige Festlegungen aufzuklären und für Hersteller und Anwender einheitliche Auslegungen als Hilfsmittel bei der Abnahme und für die spätere Revision der Europäischen Normen zusammenzustellen.

Die im informativen Anhang B verwiesene Muster-Energiebilanz wurde im Arbeitskreis „Energiebilanz“ des NA 031-04-06 AA erstellt und soll die energetische Auslegung von Feuerwehrfahrzeugen erleichtern.

Ihr Ansprechpartner

DIN e. V.

Michael Behrens

Saatwinkler Damm 42/43
13627 Berlin

Ansprechpartner kontaktieren