NA 031

DIN-Normenausschuss Feuerwehrwesen (FNFW)

2016-11-16

2016-11: Neuregelung der Fahrzeuggewichte schreitet voran

Massenklassenunterteilung in DIN SPEC 14502-1 (erscheint Dezember 2016) anstelle von zulässigen Gesamtmassen (zGM) in den Einzelnormen

Im Dezember 2016 wird DIN SPEC 14502-1 „Feuerwehrfahrzeuge — Teil 1: Fahrzeugmassen und Fahrzeugübersicht“ als Vornorm erscheinen.

Warum wurde DIN SPEC 14502-1 erstellt?

Um die Gewichtsgrenzen bei Feuerwehrfahrzeugen zukunftsfähig auszurichten und einen Gestaltungsspielraum bezüglich der Gewichtsreserven zu ermöglichen, werden in den einzelnen Fahrzeug-Typnormen die zulässigen Gesamtmassen (zGM) entfernt und dafür zentral eine Massenklassenunterteilung in DIN SPEC 14502-1 (Vornorm) mit entsprechender Verweisung aufgenommen. Das bedeutet, dass die Fahrzeuge den verfeinerten Unterklassen (in neuer DIN SPEC 14502-1) zugeordnet werden und dass in den Fahrzeug-Typnormen lediglich die Massenklassen nach DIN EN 1846 sowie ein Verweis auf DIN SPEC 14502-1 eingefügt werden. Laufende Gewichtsanpassungen in den jeweiligen Fahrzeug-Typnormen erübrigen sich damit.

Die Systematik der europaweiten Massenklassen nach DIN EN 1846-1 wird weitergeführt, jedoch feiner unterteilt und als Gewichtsfestlegung zur Gesamtübersicht in die bekannte DIN-FNFW-Feuerwehrfahrzeug-Typenliste aufgenommen. Diese Zuordnung wird in spätestens jährlichen Intervallen überprüft. Die verfeinerte Massenklassenunterteilung ermöglicht im Vergleich zur großen Gesamtmassenspreizung in DIN EN 1846-1 eine sinnvollere Zuordnung der Feuerwehrfahrzeuge.

Die Kurzform der Massenklassenunterteilung wird mit römischen Ziffern anstelle von arabischen Ziffern dargestellt, um eine Verwechslung mit europäischen Fahrzeugkategorien zu vermeiden.

Übersicht der feiner unterteilten Massenklassen in LI, LII, MI, MII, MIII und S
nach zukünftiger DIN SPEC 14502?1:

Leicht (L)

3,0 t < GM ? 7,5 t

Leicht 1 (LI)

3,0 t < GM ? 4,75 t

Leicht 2 (LII)

4,75 t < GM ? 7,5 t

Mittel (M)

7,5 t < GM ? 16,0 t

Mittel 1 (MI)

7,5 t < GM ? 9,0 t

Mittel 2 (MII)

9,0 t < GM ? 14,0 t

Mittel 3 (MIII)

14,0 t < GM ? 16,0 t

Super (S)

GM > 16,0 t

Super (S)

GM > 16,0 t

Beispiel:

Beim Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug HLF 20 nach DIN 14530-27 ist die Gesamtmasse derzeit noch auf 15,0 t begrenzt. Zukünftig fällt dieses Fahrzeug in die unterteilte Massenklasse MIII (14,0 t < GM ? 16,0 t) nach DIN SPEC 14502?1 und die Gesamtmasse darf demnach auch höher als 15,0 t ausfallen (hier bis zu max. 16,0 t).

In den meisten Fällen können Feuerwehrfahrzeuge aus Gründen der Wirtschaftlichkeit mit einer geringeren Gesamtmasse als die der Klassenobergrenze realisiert werden. In der verlinkten DIN-FNFW-Feuerwehrfahrzeug-Typenliste wird zusätzlich angegeben, mit welcher niedrigsten Gesamtmasse ein Fahrzeug in Mindestkonfiguration mit Normbeladung und empfohlener/geforderter Antriebsart in Euro VI darstellbar ist. Beim HLF 20 sind es 15,0 t, also weit unterhalb der normativ gesetzten neuen Obergrenze. Es wurden damit weitgehende Freiheiten geschaffen, u. a. verbunden mit dem Ziel der Reduzierung von Länder-Ausnahmegenehmigungen bei Beschaffungen. 

Notwendige Anpassung der Löschfahrzeug-Typennormen:

Zu den größeren Löschfahrzeugtypen (H)LF 10, (H)LF 20, TLF 2000, TLF 3000 und TLF 4000 erscheinen ebenfalls im Dezember 2016 die entsprechenden Änderungsentwürfe, um für diese Fahrzeugtypen die Neuregelung der Gewichte abzuschließen. Bei den kleineren Löschfahrzeugtypen KLF, TSF, TSF?W und MLF wird dies im Rahmen der aktuell laufenden Gesamtüberarbeitung erfolgen. Das LF 20 KatS hat bereits eine Gesamtmasse von max. 16,0 t und muss deshalb nicht ad hoc geändert werden.