Die Lysoform Dr. Hans Rosemann GmbH, Berlin

Interview mit Dr. med. Hans-Joachim Rödger, Inhaber und Geschäftsführer

Dr. med. Hans-Joachim Rödger, Lysoform
© Lysoform Dr. Hans Rosemann GmbH

Weil Hygiene vor Infektionskrankheiten schützt: Lysoform entwickelt seit 120 Jahren für fast
jeden Lebens- und Arbeitsbereich wirkungsvollste Lösungen zur Desinfektion.

„Dankenswerterweise erfolgt Normung durch DIN absolut sachorientiert und nicht Interessen getrieben - hier sind weder Lobbygruppen noch der Gesetzgeber am Werk.“

Das Interview

Warum und seit wann engagieren Sie sich in der Normung?
Ich bin seit 1990 dabei. Durch meine Mitarbeit möchte ich vor allem erreichen, dass in Europa
überall die gleichen Anforderungen gelten. Gleiche Normen schaffen Produktqualität.

In welchen Normungsgremien sind Sie vertreten?
Zum einen bin ich im Normenausschuss Medizin NAMed TC 216 engagiert und im
Technischen Komitee für Desinfektionsmittel. Von DIN bin ich außerdem zum European
Committee for Standardization in Brüssel delegiert.

Welche Normungsthemen sind in der Corona-Krise für Ihr Unternehmen in den Vordergrund
gerückt?

Für uns hat sich durch Corona dahingehend nichts geändert. Es gelten dieselben Normen wie
immer. Aber durch den hohen Bedarf an Desinfektion ist unser Absatz erheblich gestiegen.

Wie hat die Corona-Pandemie Ihre persönliche Gremienarbeit beeinflusst?
Wir reisen nicht mehr, alles läuft elektronisch. Das funktioniert für Meetings zu einem einzigen
Thema ganz gut – auch als Telefonkonferenz. Aber bei komplexeren Fragestellungen und
mehreren Themen sind persönliche Begegnungen meines Erachtens unverzichtbar.

Was ist Ihnen bei der Normungsarbeit besonders wichtig?
Es geht mir darum, dass sämtliche Entscheidungen eindeutig auf wissenschaftlicher Basis
getroffen werden und nicht auf Theorien oder gar auf Geschäftsinteressen beruhen.
Außerdem müssen die Entscheidungen im Konsens mit allen Mitgliedern in den Gremien
getroffen werden.

Konnten Sie schon Normen auf den Weg bringen?
Schon einige – da wäre zum Beispiel die EN 14885. Das ist eine europaweit gültige
Übersichtsnorm zur Anwendung und Wirksamkeitsüberprüfung von chemischen
Desinfektionsmitteln und Antiseptika. Oder die EN 12353, eine Norm für das Anzüchten und
Aufbewahren von Mikroorganismen zu Testzwecken sowie die EN 13727 für
Suspensionsversuche.

Welche Vorteile hat Ihr Unternehmen bzw. haben Ihre Produkte dadurch am Markt?
Tatsächlich haben wir selbst bei Lysoform keine spezifischen Vorteile. Viel wichtiger ist uns,
dass es anderen durch Normen schwerer gemacht wird, minderwertige Produkte oder sogar
Fakes auf den Markt zu bringen.

An welchen Netzwerkveranstaltungen nehmen Sie teil – was vermissen Sie bei DIN?
Daran nehme ich nicht teil. Und was die Normungsarbeit angeht, funktioniert die
Zusammenarbeit mit DIN hervorragend. Da fehlt mir absolut nichts.

Welchen Tipp geben Sie Unternehmen, die in der Normung aktiv werden wollen?
Ich plädiere dafür, sich persönlich zu engagieren und aktiv Beiträge zu leisten. Mit persönlich
meine ich, selbst dabei zu sein und nicht nur Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen in die Gremien
zu schicken.

Welche Zukunftsthemen kommen auf Ihre Branche zu? Wie können Normen dabei helfen?
Umweltschutz ist ein wichtiges Thema. Aber das Biozidgesetz, das die Verwendung von
Chemikalien immer mehr einschränk, ist schwierig, nicht nur für Lysoform, sondern für die
ganze Branche. Es geht zum Beispiel um Ethanol, das ein wesentlicher Bestandteil in einigen
unserer Produkte ist. Ethanol ist – oral angewendet – eine Krebs erregende Substanz, aber
auch die einzige, die man mehr als 20 Mal am Tag ohne Probleme auf der Haut anwenden
kann, um die Übertragung von sehr resistenten Viren zu verhindern. Da möchten wir weiteren
Einschränkungen entgegen wirken.


Ihr Kontakt

DIN e. V.

Mitgliederservice

E-Mail: inside@din.de
Tel: 030 2601-2020

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Der Lysoform Firmensitz in Berlin-Lankwitz, an der Fassade ein Werbemotiv von 1906
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Im Lysoform Entwicklungslabor
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Lysoform Qualitätsprüfung
Qualitätskontrolle bei der Produktion
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Über Lysoform Dr. Hans Rosemann

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Unternehmensgröße:  Firmensitz in Berlin, ein Tochterunternemen in Shenzhen / VR China
Branche: Chemisch-phramazeutische Industrie, Desinfektionsmittel, Antiseptika, Kosmetika,
Reinigungsmittel
Mitarbeiterzahl: 102
Jahresumsatz: 17 Mio EUR
international tätig: Schweden, Baltische Länder, Russland, Weißrussland, Ukraine, Moldawien,
Georgien, Armenien, Aserbaidschan, Griechenland, Bulgarien, Rumänien, Serbien, Kroatien,
Slowenien, Österreich, Schweiz, Italien, Frankreich, Spanien, Belgien, Ägypten, Libyen, Iran, Saudi-
Arabien, Syrien, Kasachstan, Usbekistan, Kirgistan, VR China, Vietnam, Südkorea, Philippinen,
Indien, Nepal