2017-08-16

Standard für mineralische Hochleistungsfasern natürlichen Ursprungs

Abbildung mineralische Hochleistungsfasern natürlichen Ursprungs
© Steinbeis Transferzentrum Cetex Verarbeitungsmaschinen für technische Textilien

Die DIN SPEC 25714 "Basaltfasern — Technische Lieferbedingungen" definiert erstmals einen standardisierten und einheitlich reproduzierbaren Leistungsnachweis für Hochleistungsfasern natürlichen mineralischen Ursprungs.

Basaltfasern werden in einem ausschließlich thermischen Spinnverfahren aus natürlich vorkommendem Gestein gewonnen und stehen vor der Herausforderung, dass ihre Eigenschaften durch unterschiedliche und geologisch bedingt unregelmäßige Vorkommen in der Natur  schwanken. Konstruierende Ingenieure jedoch benötigen verlässliche Aussagen zu den Materialeigenschaften. Erschwerend kommt hinzu, dass bisher nicht festgelegt war, mit welcher Prüfmethode welche Materialeigenschaft zu bestimmen sei. Im Gegenteil hat jeder Hersteller sich aus dem reichhaltigen Katalog der Normen für andere Hochleistungsfasern (z.B. aus Kohlenstoff oder Glas) bedient und beliebige Methoden auf Basaltfasern angewendet. Im Ergebnis fehlt es auf dem Markt für Basaltfasern  an nachvollziehbaren Materialkennwerten und  Transparenz bei deren Ermittlung. Dies sind wichtige Gründe für die aktuell fehlende Attraktivität von Basaltfasern für Anwender.  

Dieser Missstand ist nun behoben. Das Steinbeis Transferzentrum Cetex Verarbeitungsmaschinen für technische Textilien hat gemeinsam mit DIN internationale Akteure der Basaltfaser-Community an einen Tisch geholt und einen Standard für Basaltfasern entwickelt. Das Ergebnis ist die DIN SPEC 25714, die ab 01. September 2017 im Beuth Verlag erhältlich ist. Mit diesem Standard werden Regeln für die Prüfung, Kennzeichnung, Verpackung und Lagerung festgelegt und so Transparenz sowie die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse aus Materialprüfungen für Anwender sichergestellt.

Die DIN SPEC 25714 greift auf bestehende Verfahren für Kohlenstoff- und Glasfasern zurück und legt fest, welche Materialeigenschaft mit welcher Prüfmethode ermittelt werden muss. Damit soll eine einheitliche Materialbeschreibung erreicht werden, die Herstellern, Konstrukteuren und Einkäufern gleichermaßen Zuverlässigkeit und Vergleichbarkeit der Werte ermöglicht.

Mit der DIN SPEC 25714 zum Thema Basaltfasern bieten sich dem Anwender eine Reihe von Vorteile:

  • Vergleichbarkeit zu Glas- und Kohlefasern sowie anderen technischen Fasern;
  • Standardisierung und Vereinheitlichung der ermittelten Kennwerte;
  • Sicherung einer stabilen Qualität der am Markt erhältlichen Fasern;
  • Erhöhung der Prozesssicherheit durch die einheitliche Bestimmung der Materialeigenschaften;
  • Verwendung eines einheitlichen Prüfkatalogs als Vertragsgrundlage.

Diese DIN SPEC kann auch von Anwendern und weiteren Interessierten zur Feststellung der wesentlichen Eigenschaften, Funktionen und Qualitäten herangezogen werden.

Ihr Ansprechpartner

DIN e. V.

Amelie Leipprand

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