Wege am Himmel

Es herrscht viel Verkehr in der Luft. Vor allem im Level bis 300 Meter Höhe wächst das Gewusel unbemannter Fluggeräte.

© DIN

Bill Holler, Unternehmer aus Franken und Beiratsvorsitzender des DIN-Normenausschusses für Luft- und Raumfahrt, meint:

„Die Zukunft hat längst begonnen. Und wir werden noch eine gewaltige Entwicklung sehen.“ Drohnen und Quadrocopter bereiten den Weg in die dritte Dimension, die „Flucht nach oben“ (Magazin Focus).

Sie gilt als Ausweg aus dem Verkehrskollaps der Straße.

Damit künftig oben Ordnung herrscht, braucht es neue Regeln. Bill Holler und seine Experten im Normenausschuss wollen den Verkehr über unseren Köpfen regeln. Holler: „Gerade für das autonome Fliegen im urbanen Bereich brauchen wir klare Regeln und eindeutig beschriebene Wegstrecken. Die erarbeiten wir unter dem neuen Fachbegriff GeoGuiding.“ Darunter versteht man mehr als das bekannte GeoFencing. Während ein Zaun nur definierte Bereiche abgrenzt, zeigt ein Guide aktiv Wege auf und lotst ans Ziel. Bill Holler erklärt anschaulich: „Der Stadtplan der Zukunft kennt nicht nur Straßen und U-Bahn-Strecken, sondern weist auch sogenannte GeoGuiding-Channels aus, die Fahrbahnen in der Luft.“

An den Voraussetzungen dafür arbeitet bereits ein Gremium bei DIN. Erster Schritt ist die eindeutige Identifizierbarkeit der fliegenden Objekte – jede Drohne braucht eine Kennzeichnung, damit man jederzeit weiß, wer sich wo, wie schnell, in welcher Höhe und in welcher Richtung bewegt. Nur so, sagt Holler, kann eine funktionierende Infrastruktur entstehen. Die Regulierungshoheit sieht er übrigens bei den Kommunen – weil die ihr Terrain am besten kennen. Alle Daten sollen via Mobilfunknetz übertragen werden. Noch einiges an Arbeit steht deshalb für Netzbetreiber an, um für stabile und schnelle Funknetze zu sorgen. Die nötige Norm, welche Kanäle genutzt werden, ist wiederum Sache des Normenausschusses. Und der arbeitet mit Vehemenz daran.

Der Nutzen von Normen

Bill Holler im Gespräch mit dem Regionalblatt Mittelbayerische Zeitung zur dritten Wahl als Beiratsvorsitzender des Normenausschusses für Luft- und Raumfahrt: „Als ich das erste Mal den Vorsitz übernommen habe, wurden die innovativen Standards vor allem von den Amerikanern bestimmt. Das wollte ich ändern.“ Denn, so Holler: „Wer technische Normen nur mit gesetzlichen Richtlinien oder Bürokratie gleichsetzt, vergisst einen wesentlichen Aspekt. Wer es schafft, als Erster neue Entwicklungen auf den Markt zu bringen und diese durch wissenschaftlich untermauerte Normen zu standardisieren, hat einen entscheidenden Wissensvorsprung und dadurch einen Wettbewerbsvorteil.“

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