Daten dank Drohnen

Der Name Map2Fly ist Programm: Die App soll den professionellen Einsatz von Drohnen erleichtern. Entwickelt von drei vormaligen Elitesoldaten und einem Computer-Nerd.

© Enver Hirsch

Die unbemannten Flugobjekte, im Jargon auch Copter genannt, waren während der Dienstzeit bei der Bundeswehr von Andreas Dunsch, Michael Petrosjan und Christian Caballero tagtägliches Werkzeug zur Gefahrenerkennung, zur Aufklärung und zum Schutz von Menschenleben. Drohnen sind seit geraumer Zeit sehr angesagt. Vor allem technikaffine Nerds heben allerorten ab. Wer aber nur auf die Hobbypiloten schaut, denen seit April 2017 die Drohnenverordnung Grenzen setzt, der verkennt das immense wirtschaftliche Potenzial der unbemannten Flug- objekte. Ausgestattet mit jedweder denkbaren Sensorik eignen sich Drohnen für die Wirtschaft genauso wie für das Militär. Ob Inspektion von Gebäuden, Fassaden oder Stromtrassen, Schadensermittlung nach Sturm oder Brand in Wald und Flur – das sind nur die naheliegenden Ansätze. Auch die Landwirtschaft nutzt Drohnen. Beispielsweise um per Thermoscan vor dem Einsatz des Mähdreschers kauernde Rehkitze zu finden. Das Deutsche Rote Kreuz setzt an der Ostseeküste rund um Kühlungsborn Drohnen zur Strandüberwachung ein. Größere Copter können sogar Rettungsringe über havarierten Personen abwerfen. Und in China fliegen tausend Paketdrohnen durch den Äther, wohlgemerkt am Tag! Auch in Gebäuden sind Anwendungen denkbar – zur Unterstützung des Werkschutzes beispielsweise oder zur Inventur im Lager.

Zukunft mit Drohnen?

Die drei von der Bundeswehr machten sich vor dem Ende ihres Dienstes Gedanken über die Zukunft. Lässt sich das immense Wissen rund um das unbemannte Fliegen skalieren und monetarisieren? Schnell war klar, dass es bei dem Business nicht ums Fliegen geht. Christian Caballero: „Die Drohne ist ein Werkzeug, das Daten liefert und zum Erkenntnisgewinn verhilft. Nicht mehr und nicht weniger.“ So stellten die drei das Thema auf den Kopf. Denn vor den Flugeinsatz hat die Bundesrepublik die Bürokratie gesetzt. Caballero: „Wir schaffen es in der Innovationswüste Deutschland nicht, ein flächendeckendes Mobilfunknetz aufzubauen, aber administrative Monster zu bauen, darin sind wir Weltmeister.“

Und: Die meisten potenziellen Anwender wissen gar nicht, wie man die Daten auswertet. Caballero:

„Man will nicht fliegen, sondern Informationen gewinnen. Viele unterschätzen aber die operativen Prozesse, die dafür nötig sind.“

Ihre Geschäftsidee: Ein App zu bauen, die alle vorbereitenden Arbeiten dramatisch verringert und den Anwender über die gesamte Prozesskette begleitet. Das ist die Schlüsselidee von Map2Fly. „Uns ist kein weiteres Unternehmen bekannt, das mit unserem Ansatz in Europa am Markt ist“, beschreibt Co-Gründer Andreas Dunsch die Wettbewerbssituation. Zur F.A.Z. sagte er im Interview: „Wir denken vom Ende her und fragen, was das Ergebnis sein soll.“ Davon ließ sich auch der Software-Entwickler Holger Dirksen begeistern. Von Anfang ist er mit im Boot. Die Firma FlyNex wurde gemeinsam im September 2015 gegründet.

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