Presse

2015-04-10

Verleihung der DIN-Innovationspreise 2015

Innovationen brauchen Öffentlichkeit: DIN krönt herausragende Norm- und Standardisierungsprojekte

© DIN

Datenkommunikation in der Logistik

Dr. Thomas Landwehr, ISL Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik, Bremen, hat sich mit den operativen Hemmnissen auseinandergesetzt, die beim heutigen Lkw-Containertransport vom Verlader zu den Seehäfen im Export und von den Seehäfen zum Empfänger im Import – dem sogenannte Hafenhinterlandverkehr – entstehen. Ursache dafür sind Kommunikationsprobleme der den physischen Warenstrom begleitenden Transportdaten. Denn anders als bei den Kurier-, Express- und Paketdiensten, die ihre Dienstleistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette aus einer Hand heraus organisieren, existieren in der containerbezogenen Supply Chain unterschiedliche Nachrichtenstandards in der Datenkommunikation. Die hier erarbeitete DIN SPEC 66298 beschreibt eine externe Schnittstelle für Nutzer und definiert die Mindestanforderungen für den übergreifenden digitalen Datenaustausch zwischen den am Transportprozess beteiligten Unternehmen wie Speditionen, Verlader, Terminals, und den Verwaltungseinrichtungen wie Zoll oder Hafenbehörde. Diese Mindestanforderungen sollen die Implementierung eines neuen Datenmediators unterstützen, der die Harmonisierung der Datenkommunikation gewährleistet.

Öffnen leicht gemacht

Darüber hinaus wurden Andrea Liebmann und Ina Schreib vom Fraunhofer IVV Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung, Dresden, ausgezeichnet. Zielsetzung ihrer Arbeit war die objektive Bestimmung von Öffnungskräften an peelbaren Verpackungen. Denn nicht nur ältere Verbraucher haben mit dem Öffnen von Verpackungen häufig Schwierigkeiten. Die Aufreißlasche an einer Packung lässt sich schwer greifen, sie reißt vorzeitig ab oder der Kraftaufwand zum Öffnen der Packung ist einfach zu hoch. Für die Entwicklung und Herstellung verbraucherfreundlicher Verpackungen ist es jedoch notwendig, eine objektive Aussage zum Öffnungsverhalten einer Packung zu erhalten. Um die erforderlichen Kräfte messen zu können, fehlte bisher ein standardisiertes, mechanisches Prüfverfahren. Die Norm DIN 55409 legt weltweit erstmalig ein objektives Prüfverfahren fest, das der realitätsnahen Bestimmung der Öffnungskraft dient. Der Abgleich der gemessenen Öffnungskraft mit den Kraftwerten, die Verbraucher an einer Aufreißlasche einer Verpackung aufbringen können, versetzt die deutsche Verpackungsindustrie in die Lage, definiert verbraucherfreundliche Verpackungen zu entwickeln und herzustellen.

Erneuerbare-Energie-Anlagen: Standardisierung von Dienstleistungen

Basierend auf einer Masterarbeit der Universität Leipzig hat Michael Sonnenberg die DIN SPEC 91310 „Standardisierung von Dienstleistungen für die technische Betriebsführung von Erneuerbare-Energie-Anlagen“ initiiert. Denn Ausbau der erneuerbaren Energien und damit einhergehend auch das Wachstum der entsprechenden Dienstleistungsangebote stellen für Deutschland einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar. Hierzu zählen unter anderem Beratungstätigkeiten, Planung oder Instandhaltung und Betriebsführung von Erneuerbare-Energie-Anlagen. Der Innovationsgrad der DIN SPEC 91310 liegt darin, dass konkrete Möglichkeiten zur strukturierten Entwicklung und Beschreibung von Dienstleistungsportfolios für den Bereich erneuerbare Energien bereitgestellt werden. Darüber hinaus sah die Jury, dass die hier beschriebene Methode generisch genug ist, um möglicherweise in weiteren Branchen Anwendung zu finden.

Jeder DIN-Innovationspreis ist mit 3.000 Euro dotiert.

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