Presse

2013-02-26

Nachhaltigkeit in der Logistik

BVL-Regionalgruppentreffen im DIN

BVL-Regionalgruppentreffen
© DIN

Am 14. Februar begrüßte das DIN Deutsches Institut für Normung e. V. rund 50 Gäste zum Regionalgruppentreffen Berlin/Brandenburg der Bundesvereinigung Logistik (BVL). Die Veranstaltung drehte sich rund um das Thema „Zukunft in der Logistik – mehr Nachhaltigkeit durch Normen und Standards“.

Erstmalig hat das DIN als Gastgeber ein Regionalgruppentreffen der BVL organisiert, um eine Plattform für den Austausch mit Entscheidungsträgern und Fachleuten aus der Logistik zu bieten und gemeinsam mit den Gastrednern den Dialog über wirtschaftlich und gesellschaftlich relevante Themen unter dem Aspekt der Normung und Standardisierung zu verstärken. Eingeladen waren neben den Mitgliedern der BVL insbesondere Interessierte aus dem Bereich Logistik.

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte Christiane Schuetz, Sprecherin der BVL-Regionalgruppe Berlin/Brandenburg, die Gäste und hob die Bedeutung der Normung und Standardisierung im Bereich Logistik hervor.

Im Anschluss daran bot Detlef Desler, Abteilungsleiter und Verantwortlicher für den Bereich Logistik im DIN, Einblicke in die Normung und Standardisierung und das Dienstleistungsspektrum des DIN. Er stellte die Aufgaben und den Nutzen von Normen und Standards heraus und beantwortete Fragen rund um die Normung und Standarisierung.

Sebastian Wutke, Mitarbeiter bei der International Transfer Center for Logistics (ITCL) GmbH, referierte über die Nachhaltigkeit in der Logistik und deren Relevanz und Entwicklungen in der Praxis. Dabei ging er auf die verschiedenen Dimensionen des Nachhaltigkeitsbegriffes sowie auf dessen Wandel ein, der sich in den 90er-Jahren von einer eher lokalen Betrachtungsweise hin zu einer globalen abzeichnete. Mit der zunehmenden Thematisierung des Klimawandels stehen gegenwärtig insbesondere die ökologischen Aspekte wie die CO2-Emissionen im Vordergrund der Betrachtungen. Da rund 18 % der Treibhausgasemissionen dem Transportwesen zugeschrieben werden, ist die Logistikbranche zunehmend in den Blickpunkt der Diskussionen gerückt. Von ihr wird mehr Transparenz erwartet, weshalb sich die Logistikbranche zunehmend mit der Entwicklung von Konzepten und der Umsetzung von Maßnahmen zur Messung, Bewertung und Reduzierung von CO2-Emissionen beschäftigt.

Der Vortrag von Bernhard Schwager, Mitarbeiter der Geschäftsstelle Nachhaltigkeit der Robert Bosch GmbH, thematisierte die Eignung von Umweltmanagementsystemen für die Logistik. Im Mittelpunkt seiner Ausführungen stand die DIN EN ISO 14001 „Umweltmanagementsysteme - Anforderungen mit Anleitung zur Anwendung“, deren Aufbau und Kernaussagen er kurz darstellte. In diesem Zusammenhang betonte er, dass diese Norm als ein Werkzeug zu betrachten ist, mit dessen Hilfe Organisationen jeder Art ein Umweltmanagementsystem aufbauen und infolgedessen nachhaltiger agieren können. Zum Abschluss seines Vortrages stellte Herr Schwager Umfrageergebnisse zur Anwendung der DIN EN ISO 14001 vor. Demnach bietet die Norm neben der kontinuierlichen Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes und der Erhöhung der Rechtssicherheit insbesondere auch eine Anleitung, um Schwachstellen zu erkennen, die Organisation und Dokumentation zu verbessern sowie das Image des Unternehmens zu fördern.

Der letzte Referent des Abends war Wolfram Knörr vom IFEU – Institut für Umweltforschung in Heidelberg. In seinem Vortrag ging es um die Norm DIN EN 16258, welche sich mit dem Carbon Footprint beschäftigt und die Methode zur Berechnung und Kennzeichnung des Energieverbrauches und der Treibhausgasemissionen bei Transportdienstleistungen standardisiert. Herr Knörr stellte die Ziele und Inhalte der Norm vor und veranschaulichte exemplarisch die Vorgehensweise bei der Berechnung des Energieverbrauchs und der Emissionen von Transporten. Dabei ging er detailliert auf die Anforderungen an die Systemgrenzen, die Angaben von Allokationsregeln sowie die Empfehlungen von Datenquellen ein. Zum Abschluss seines Vortrages gab er einen kurzen Ausblick zum Thema CO2-Berechnungen in der Logistik. Demnach werden die CO2- und Treibhausgasbilanzen für logistische Dienstleistungen in Zukunft aufgrund der Anforderungen von Kunden und Politik an Bedeutung gewinnen. Die DIN EN 16258 werde zu einer Vereinheitlichung der Berechnungsmethoden führen, die vor allem die Bewertung von Maßnahmen und erreichten Umweltverbesserungen erleichtern werde (z. B. das Erreichen von Klimaschutzzielen). Treibhausgasbilanzen für Transportdienstleistungen seien daher die Basis für zielgerichtete Klimaschutzstrategien und nationale Regelungen wie sie in Frankreich derzeit umgesetzt werden daher wenig zielführend.

Zum Abschluss der Veranstaltung wurde in einer Diskussionsrunde das Thema Normung und Standardisierung im Kontext der Nachhaltigkeit in der Logistik diskutiert und die Veranstaltung bei Imbiss und Getränken beendet.

Weitere Informationen zu Normung/Standardisierung und Logistik: www.logistik.din.de.

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