Presse

2014-04-09

DIN geht neue Wege der Kooperation

Koordination der Normungsaktivitäten für Industrie 4.0 – Normen unterstützen TTIP

© DIN

Als größte Herausforderung bei der Umsetzung von Industrie 4.0 sehen die beteiligten Unternehmen die Standardisierung an. „Ohne Normen und Standards führt der Weg zur Smart Factory in die Irre. Diese neue Vernetzung der virtuellen Welt mit der realen Fertigung erfordert eine nie dagewesene Integration der Systeme, die nur mit Hilfe von Normen und Standards realisiert werden kann“, sagt auch Dr. Torsten Bahke, Vorsitzender des Vorstandes von DIN, bei der Jahrespressekonferenz anlässlich der Hannover Messe. Um Industrie, Forschung und Politik bei der Umsetzung von Industrie 4.0 bestmöglich zu unterstützen, hat DIN Strukturen geschaffen, die eine effektive Zusammenarbeit aller Fachkreise ermöglichen. Ein Steuerungskreis zur Koordinierung der Normungsaktivitäten nahm seine Arbeit Anfang des Jahres auf. Eine Normungsroadmap gibt erste Handlungsempfehlungen. Zudem ist DIN an Forschungsprojekten der Bundesministerien für Wirtschaft und Forschung im Bereich Industrie 4.0 beteiligt. Ziel ist es, durch die forschungsbegleitende Erarbeitung von Standards die Ergebnisse der Projekte schnell weltweit zu veröffentlichen.

DIN als Katalysator für Innovationen

„Unser Produkt DIN SPEC haben wir in den letzten Jahren speziell für diesen Zweck entwickelt: um aus neuen Ideen zügig marktreife Produkte zu machen. Während die DIN-Norm immer dann zum Einsatz kommt, wenn die Ergebnisse eine größtmögliche öffentliche Legitimation benötigen, bietet sich die DIN SPEC an, wenn es auf Schnelligkeit ankommt oder ein breiter Konsens (noch) nicht erforderlich ist“, erklärt Dr. Torsten Bahke. „Die Innovationsförderung ist unser erklärtes Ziel. Wir beobachten innovative Themen und regen Normungs- und Standardisierungsaktivitäten proaktiv in den Feldern an, die dem Wirtschaftsstandort Deutschland einen Wettbewerbsvorteil verschaffen könnten, zum Beispiel in den Bereichen Biotechnologie, Energiewende, Logistik und Smart Cities.“

Normen und Standards unterstützen das Transatlantische Freihandelsabkommen

Zum geplanten Transatlantischen Freihandelsabkommen (TTIP) sagte Bahke: „Jetzt müssen neue Formen der Zusammenarbeit gefunden werden, die Unternehmen in den USA und in Europa einheitliche Normen und Standards bieten, die Kosten senken und Märkte öffnen. Am erfolgversprechendsten ist es, einzelne Themen herauszugreifen, in denen zunächst bilaterale Normen und Standards erarbeitet werden - insbesondere hochinnovative Technologien, in denen noch kein etabliertes Normenwerk existiert. Voraussetzung ist allerdings, dass die Industrie selbst aufzeigt, welche Projekte in Frage kommen. Ebenso ist ein gemeinsamer regulatorischer Rahmen essentiell.“

Neue Kooperationen mit Verbänden und anderen Regelsetzern

Auf nationaler Ebene intensiviert DIN zunehmend die Zusammenarbeit mit Verbänden und anderen Regelsetzern, um deren technische Regeln in die europäische Normung einzubringen. Somit sollen die positiven Auswirkungen Europäischer Normen auf den Binnenmarkt weiter verstärkt und gleichzeitig die hohen deutschen Qualitätsstandards auf europäischer Ebene realisiert werden. Ein Beispiel ist eine umfangreiche Kooperation mit dem Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW) mit dem Ziel, DVGW-Regeln für die Trinkwasserversorgung in die europäische und internationale Normung einzubringen. „Wir entwickeln zusammen mit dem Kooperationspartner eine deutsche Position und entscheiden gemeinschaftlich, auf welchem Wege wir diese außerhalb Deutschlands vertreten“, sagt Rüdiger Marquardt, Mitglied des DIN-Vorstands. „Nur über DIN können nationale Normen und Standards zu europaweit oder sogar international anerkannten Dokumenten werden.“

Steigende Anzahl neuer Normungsthemen

DIN-Präsident Prof. Dr.-Ing. Klaus Homann wies bei der Vorstellung der wichtigsten Kennzahlen auf die steigende Zahl aktiver Projekte – mittlerweile knapp über 7.000 – hin. Sie resultiert zum einen aus der Aktualisierung des bestehenden Normenwerks, zum anderen aber auch aus der Bearbeitung neuer Themen. Entsprechend stieg auch die Zahl der Fachleute aus allen Bereichen der Wirtschaft und Gesellschaft, die in der Normung mitarbeiten, um mehr als 2.000 in den letzten fünf Jahren. (Ende 2013: 30.698).

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