Presse

2017-09-18

25 Jahre Vereinbarung zwischen dem BMUB & DIN

Festveranstaltung zu 25 Jahre Töpfervertrag

Podiumsdiskussion
Podiumsdiskussion
© DIN

Am 15. September 2017 feierten der DIN-Normenausschuss Grundlagen des Umweltschutzes (NAGUS) und die Koordinierungsstelle Umweltschutz (KU) gemeinsam mit rund 100 Gästen das 25-jährige Jubiläum der Vereinbarung zwischen dem Bundesumweltminister und DIN über die Berücksichtigung von Umweltbelangen in der Normung. Die Festveranstaltung, die gemeinsam durch DIN, das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und das Umweltbundesamt (UBA) ausgerichtet wurde, fand in den Räumlichkeiten des BMUB statt.

Die vor 25 Jahren unterzeichnete Vereinbarung war Auslöser für die Gründung des NAGUS und ist auch weiterhin die Grundlage für die Arbeiten der KU und dem Normenausschuss. Während die KU die DIN-Normenausschüsse dabei unterstützt, Umweltgesichtspunkte in ihrer Arbeit zu berücksichtigen, wurden unter Federführung des NAGUS wegweisende Normen wie ISO 14001 zu Umweltmanagementsystemen, ISO 14040 zu Ökobilanzen, ISO 14024 zu Umweltzeichen sowie ISO 50001 zu Energiemanagementsystemen erarbeitet.

Die Relevanz der Vereinbarung zwischen BMU und DIN und der in ihr festgelegten Ziele wird auch heute noch von allen beteiligten Stakeholdern anerkannt und hervorgehoben. Im Rahmen der Veranstaltung wurden die Erfolge der letzten 25 Jahre gefeiert und die Bedeutung der Normung für Umweltschutz und Gesellschaft betont. Zudem wurden die Unterstützung von BMUB und UBA sowie der Beitrag der verschiedenen Akteure gewürdigt.

In seinem Grußwort erläuterte Ministerialdirektor Dietmar Horn, Abteilungsleiter im BMUB und DIN-Präsidiumsmitglied, dass dem Töpfervertrag die politische Einsicht zugrunde liege, dass Umweltschutz und Nachhaltigkeit nicht nur auf guten Gesetzen und Verordnungen beruhen, sondern dass auch die Normung einen wesentlichen Beitrag dazu leisten könne beziehungsweise müsse. Er betonte, dass durch den Töpfervertrag die strukturellen Voraussetzungen für die Berücksichtigung von Umweltschutz in der Normung geschaffen und die Rahmenbedingungen hierfür langfristig erheblich verbessert wurden.

Der Vizepräsident des UBA, Dr. Thomas Holzmann führte aus, dass in den vergangenen 25 Jahren zwischen Umweltgesetzgebung und Umweltnormung eine wichtige Symbiose entstanden sei. Ohne Bezug auf umweltrelevante Normen seien manche Umweltgesetze und -Verordnungen (z.B. das Bundesimmissionsschutzgesetz) nicht funktionsfähig. Er betonte, dass das UBA der Normung weiterhin große Bedeutung beimesse und dass es sich weiterhin in großem Umfang aktiv in der Umweltnormung beteiligen werde.

Christoph Winterhalter, Vorsitzender des DIN-Vorstandes, bekräftigte, dass Umweltschutz und Nachhaltigkeit auch bei DIN einen hohen Stellenwert hätten. So greife auch die am 3. November 2016 vom DIN-Präsidium verabschiedete Deutsche Normungsstrategie die Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit auf. Sie bringe insbesondere zum Ausdruck, dass die Arbeitsergebnisse der Normung und Standardisierung zu einer nachhaltigen Entwicklung unter Berücksichtigung aller Schutzziele beitrügen und damit die UN-Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 unterstützen sollen. Herr Winterhalter betonte, dass viele Aktivitäten von NAGUS und KU, aber auch weiterer DIN-Normenausschüsse bereits jetzt aktiv die Ziele der Agenda 2030 unterstützen.

Den Begrüßungen der drei Gastgeber folgte ein Grußwort des Bundesgeschäftsführers des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND e.V.), Olaf Bandt. Er begrüßte die Gäste stellvertretend für die Umweltverbände, die ebenfalls eine ganz wesentliche Rolle bei der Einbringung von Umweltinteressen in die Normung spielen und deren Beteiligung durch das 1996 gegründete Koordinierungsbüro Normungsarbeit der Umweltverbände (KNU) koordiniert wird. Er betonte, dass die Umweltverbände durch ihre Mitwirkung in der Normung weitreichende Verbesserungen für Umwelt- und Naturschutz erreichen könnten.

Höhepunkt der Veranstaltung war der Vortrag von Prof. Dr. Klaus Töpfer . Am 22. Oktober 1992 unterzeichnete er, damals als Bundesumweltminister, die Vereinbarung zwischen BMU und DIN und verlieh ihr damit den Beinamen „Töpfervertrag“. In seinem Vortrag zum Thema „Normung – zentrale Aufgaben in der Umsetzung der 2030-Agenda“ erläuterte er die Bedeutung und die Zusammenhänge von Ordnungsrecht und marktwirtschaftlichen Instrumenten, wie der Normung. Er betonte, wie wichtig es sei die Ordnungspolitik durch marktwirtschaftliche Instrumente zu unterstützen und dass der Töpfervertrag genau diesen Ansatz unterstütze. Im Hinblick auf die Ziele der Agenda 2030 und der Klimavereinbarungen betonte er, dass die Formulierung quantitativer Ziele allein nicht ausreiche. Vielmehr seien auch Prozesse und der Weg zur Erreichung dieser Ziele von großer Bedeutung.

Es schloss sich eine Podiumsdiskussion an, in der aktive Experten der öffentlichen Hand, der Wirtschaft sowie der Umweltverbände gemeinsam mit einem DIN-Vertreter auf das Erreichte zurückblickten aber auch die Herausforderungen für das Zusammenspiel von Umweltschutz und Normung in der Zukunft beleuchteten.

Christoph Winterhalter, Vorsitzender des DIN-Vorstandes
Christoph Winterhalter, Vorsitzender des DIN-Vorstandes
© DIN
Zuschauer
Rund 100 Gäste feierten das 25-jährige Jubiläum
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Prof. Dr. Klaus Töpfer
Prof. Dr. Klaus Töpfer
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Podiumsdiskussion
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