Weltweite Kooperationen

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Ziel aller Aktivitäten von DIN im Rahmen der internationalen Normungspolitik ist es, einen Beitrag zum weltweiten Abbau von technischen Handelshemmnissen zu liefern.

Die Zusammenarbeit von DIN mit Normungsorganisationen großer Wirtschaftsnationen und aufstrebender Wirtschaftsregionen unterstützt den aktiven Gestaltungsgedanken. Ein gemeinsames Verständnis und Vorgehen in der Normung ist Voraussetzung für einheitliche regionale und Internationale Normen, die die Globalisierung der Märkte unterstützen und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag für Transparenz in der sich verschärfenden Wettbewerbssituation weltweit liefern.

DIN kooperiert mit zahlreichen Normungsorganisationen; dies erfolgt in unterschiedlicher Weise und hängt jeweils vom Interesse der deutschen Wirtschaft und der der Partnerländer ab.

Drei Beispiele werden im Folgenden vorgestellt; Informationen über weitere Kooperationen und Kooperationspartner von DIN erhalten Sie direkt bei den Internationalen Beratungsdienste von DIN (IBD).

USA

Mit keiner Weltregion ist Europa stärker verbunden als mit den USA und Kanada. Zusammen erwirtschaften beide Regionen etwa 54% des globalen Bruttoinlandsproduktes. Fast 20% der gesamten EU-Exporte an Waren und Dienstleistungen gehen in den nordamerikanischen Wirtschaftsraum. Dabei bleiben die unterschiedlichen technischen Standards zwischen den Wirtschaftsräumen Europa und USA eine kontinuierliche Herausforderung.

Eine Herausforderung, der auch in den Verhandlungen zur Transatlantischen Handels und Investitionspartnerschaft (TTIP) unter dem Kapitel „Regulatorische Zusammenarbeit“ Rechnung getragen wird. DIN hat hierzu ein Positionspapier herausgegeben.

DIN pflegt enge Beziehungen zu einer Reihe von u.s.-amerikanischen Standardisierungsorganisationen (SDO), wie etwa SAE im Bereich Automobil, oder ASTM, deren Standards der Beuth Verlag im Portfolio hat. Mit dem Industrial Internet Consortium (IIC) unterhält DIN ein Memorandum of Understanding, welches die Entwicklung von Normen im Bereich Industrie 4.0 zum Ziel hat.

Mit dem American National Standards Institute ANSI führt DIN regelmäßige Konsultationen durch. DIN und ANSI sind Veranstalter US-German Standards Panel, welches im Jahr 2016 zum Thema „Innovationen in der Medizintechnik“ abgehalten wird.

China

China hat sich in den vergangen drei Jahrzenten zu einer der bedeutendsten Handelsnationen der Welt entwickelt. Für Deutschland ist China der wichtigste Wirtschaftspartner in Asien.

Die enge Kooperation zwischen DIN und dem chinesischen Normungsinstitut wird als eine strategische Partnerschaft zum Wohle beider Volkswirtschaften verstanden und beruht bereits auf einer langen Tradition: Im Jahr 1979 wurde das erste Abkommen getroffen. DIN hatte auf Grundlage dieser Vereinbarung der chinesischen Normungsorganisation DIN-Normen zur Verfügung gestellt und damit einen entscheidenden Beitrag für die Handelsbeziehungen mit China geleistet. In einem regen Expertenaustausch wurden Verfahrensfragen zu den Themen Qualitätssicherung, Arbeits-, Umwelt- und Verbraucherschutz, Konformitätsbewertung sowie Normung und Recht erörtert.

Am 10. April 2006 schlossen DIN und das chinesische Normungsinstitut SAC (Standardization Administration of the People´s Republic of China) eine Vereinbarung über eine enge Kooperation bei der Entwicklung neuer Normungsthemen im Rahmen von ISO und IEC, den Austausch von Experten und die Durchführung von Forschungsprojekten, die von beiderseitigem Interesse sind.

Die Deutsch-Chinesische Kommission zur Zusammenarbeit in der Normung ist im Juni 2011 aus der Arbeitsgruppe Normung des Deutsch-Chinesischen Gemischten Wirtschaftsausschusses hervorgegangen. Sie ist eine wichtige Plattform für den Meinungsaustausch zu normungspolitischen Fragen und tagt einmal jährlich abwechselnd in China und Deutschland. Gearbeitet wird zurzeit verstärkt in den Bereichen der Elektromobilität und Industrie 4.0 und deren Unterarbeitsgruppen sowie in den Bereichen Schiffbau, Biotechnologie, Smart City, Medizintechnik und Automobil Stahl.

DIN hat im Juni 2013 ein Repräsentationsbüro in Beijing/China eingerichtet. Von dort aus werden Beratungsleistungen für DIN erbracht, um die Position der deutschen Normung in China zu stärken, das Interesse an den deutschen Normungs- und Standardisierungsaktivitäten zu fördern und die Zusammenarbeit zwischen DIN und chinesischen Partnern zu unterstützen.

Um die gute Zusammenarbeit zu bekräftigen und den Austausch zwischen den beiden Normungsorganisationen zu erleichtern, freut sich DIN jedes Jahr einen oder mehrere Kollegen von SAC (Standardization Administration of China) bei sich zu einem mehrwöchigen Austausch begrüßen zu dürfen.

Indien

DIN unterhält seit 1993 eine Kooperationsvereinbarung mit dem indischen Normungsinstitut Bureau of Indian Standards (BIS), die 2006 erneuert wurde. Primäres Ziel dieser Vereinbarung ist es, den bilateralen Warenaustausch durch den Abbau technischer Handelshemmnisse zu unterstützen. Zu den vereinbarten Maßnahmen gehören der Austausch über Normen und über laufende Aktivitäten in der Normung.
Ab 2010 wurde die Zusammenarbeit durch einen deutsch-indischen Roundtable zur Zusammenarbeit in der Normung unterstützt, aus dem eine deutsch-indische Arbeitsgruppe zur Zusammenarbeit in der Normung, der Konformitätsbewertung und der Produktsicherheit hervorgegangen ist, die konkrete Aktivitäten plant, operativ verfolgt und unterstützt.

Damit wird auch dem weiterhin bestehenden Informationsbedarf auf indischer Seite über Zulassungsfragen von Produkten für den europäischen Markt, beispielsweise über die CE-Kennzeichnung, Rechnung getragen.