Presse

2017-06-13

Bürger der Smart City früh einbinden

DIN veröffentlicht Impulspapier zu Normen und Standards in der Stadt von morgen

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DIN arbeitet an Normungs- und Standardisierungsprojekten zur Smart City, zum Beispiel zu intelligenten Straßenlaternen, urbanen Datenplattformen oder auch Logistik- und Mobilitätskonzepten.
© Bild: FrancescoRizzato / iStock / Getty Images Plus / Getty Images

Berlin, 13.06.2017. Welche Chancen und Herausforderungen birgt der digitale Wandel für deutsche Städte und Gemeinden? Wie lassen sich technologische Neuerungen in einer Smart City zum Wohle der Allgemeinheit einsetzen? Das sind nur einige der Fragen, die DIN mit 20 deutschen Kommunen sowie Unternehmensvertretern in einer fünfteiligen Workshop-Reihe erörtert hat. Die Ergebnisse sind jetzt im Internet veröffentlicht, das Dokument „Technologie und Mensch in der Kommune von morgen – Impulspapier zu Normen und Standards – Smart City“ steht auf din.de zum Download bereit.

Die im Mai abgeschlossene Workshop-Reihe war in dieser Form einmalig: Während in vielen europäischen und auch internationalen Diskussionen zu den primär technikversierten Smart-City-Themen die kommunale Sicht auf die Dinge häufig zu kurz kommt, waren hier von Beginn an Städtevertreter sowie der Deutsche Städtetag mit am Tisch. So diskutierten unter anderem Verantwortliche von Hamburg, München und Köln gemeinsam mit Vertretern aus der Industrie über Chancen, Herausforderungen, Klärungsbedarfe sowie Standardisierungspotenziale im Zusammenhang mit der digitalen Transformation. Ein inhaltlich umfangreiches Feld, denn Kommunen, Zivilgesellschaft und Industrie sind enger miteinander verflochten als je zuvor in der Historie der Stadtentwicklung.

Kommunen als Dienstleister
Inhaltliche Schwerpunkte des Workshops waren die Bereiche Governance, IKT (Informations- und Kommunikationstechnologie) und Daseinsvorsorge sowie Energie, Mobilität und Entsorgung – unter dem Bewusstsein, dass der Themenkomplex Smart Cities dadurch freilich noch nicht vollumfänglich erschlossen ist. In den Gesprächen wurde deutlich, dass sich ehemals klar definierte Systemgrenzen auflösen und diese vormals getrennt voneinander behandelten Bereiche künftig vernetzt zu betrachten sind. Zudem wandelt sich das Selbstverständnis der Kommunen, wie Dr. Michael Stephan, Leiter des Bereichs Innovation und Digitale Technologien bei DIN, erklärt: „Der gesellschaftliche Wandel und das geänderte Nutzerverhalten der Bürgerinnen und Bürger erfordert nicht nur neue Prozesse und Organisationsformen. Die Kommunen treten künftig auch viel stärker als Dienstleister auf.“ Dabei steht die technische Regelsetzung durch Standards und Normen nicht im Mittelpunkt, sondern unterstützt die Prozesse der digitalen Transformation sinnvoll. Und es gilt: Die Digitalisierung in der Stadt der Zukunft ist nicht rein industrie-, sondern auch nutzergetrieben. „Wir müssen die Bürgerinnen und Bürger – auch und gerade in ihrer Rolle als Nutzer – früh einbinden, um den Bedarf an digitalen Dienstleistungen zu erkennen. Außerdem können wir so rechtzeitig bei zu erwartenden nachteiligen Folgewirkungen gegensteuern“, sagt Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages.