Deutsches Institut für Normung e. V.

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Entstehung einer DIN-Norm

DIN-Normen sind das Ergebnis nationaler, europäischer oder internationaler Normungsarbeit, die von jedermann beantragt werden kann und von Ausschüssen des DIN, Ausschüssen der europäischen Normungsorganisationen CEN / CENELEC oder von Ausschüssen der internationalen Normungsorganisationen ISO / IEC nach festgelegten Grundsätzen, Verfahrens- und Gestaltungsregeln durchgeführt wird.
 
Erarbeitet werden die Normen von den am jeweiligen Thema interessierten Kreisen (z. B. Hersteller, Verbraucher, Handel, Hochschulen, Versicherer, Behörden, Prüfinstitute). Diese entsenden ihre Experten in die rund 3.400 Ausschüsse des DIN, die in über 70 Normenausschüssen nach Fachgebieten organisiert sind und die auf dem Wege der Entsendung von Delegationen und Experten auch die deutschen Interessen bei CEN/CENELEC und ISO/IEC vertreten. Die Mitarbeiter des DIN betreuen und organisieren die Normungsarbeit und tragen so zur Einheitlichkeit und Widerspruchsfreiheit des Deutschen Normenwerkes bei.

Normen entstehen im Konsens, das heißt, die Experten verständigen sich über die Inhalte mit dem Ziel, unter Berücksichtigung des Standes der Technik eine gemeinsame Auffassung zu erreichen.

DIN-Normen werden spätestens alle fünf Jahre überprüft. Entspricht eine Norm nicht mehr dem Stand der Technik, so wird ihr Inhalt überarbeitet oder die Norm wird zurückgezogen.

DIN-Normen können nationale Normen, Europäische Normen oder Internationale Normen sein. Welchen Ursprung und damit welchen Wirkungsbereich eine DIN-Norm hat, ist aus deren Bezeichnung zu ersehen:

DIN (plus Zählnummer, z. B. DIN 4701)
Hier handelt es sich um eine nationale Norm, die ausschließlich oder überwiegend nationale Bedeutung hat oder als Vorstufe zu einem internationalen Dokument veröffentlicht wird (Entwürfe zu DIN-Normen werden zusätzlich mit einem „E“ gekennzeichnet, Vornormen mit einem „V“). Die Zählnummer hat keine klassifizierende Bedeutung.
Bei nationalen Normen mit Sicherheitsfestlegungen aus dem Bereich der Elektrotechnik ist an Stelle der Zählnummer die VDE-Klassifikation angegeben (z. B. DIN VDE 0100).

DIN EN (plus Zählnummer, z. B. DIN EN 71)
Hier handelt es sich um die deutsche Ausgabe einer Europäischen Norm , die unverändert von allen Mitgliedern der europäischen Normungsorganisationen CEN / CENELEC / ETSI übernommen wurde.
Bei Europäischen Normen der Elektrotechnik ist der Ursprung der Norm aus der Zählnummer ersichtlich: von CENELEC erarbeitete Normen haben Zählnummern zwischen 50000 und 59999, von CENELEC übernommene Normen, die in der IEC erarbeitet wurden, haben Zählnummern zwischen 60000 und 69999, Europäische Normen des ETSI haben Zählnummern im Bereich 300000.

DIN EN ISO (plus Zählnummer, z. B. DIN EN ISO 306)
Hier handelt es sich um die deutsche Ausgabe einer Europäischen Norm, die mit einer Internationalen Norm identisch ist und die unverändert von allen Mitgliedern der europäischen Normungsorganisationen CEN/CENELEC/ETSI übernommen wurde.

DIN ISO, DIN IEC oder DIN ISO/IEC (plus Zählnummer, z. B. DIN ISO 720)
Hier handelt es sich um die unveränderte Übernahme einer Internationalen Norm in das Deutsche Normenwerk.

Weitere Ergebnisse der Normungsarbeit können sein:
Die weiteren Ergebnisse der Normungsarbeit haben nicht den Status einer Deutschen Norm, da sie sich in Art und Dauer des Erarbeitungsprozesses sowie ihrer Verbindlichkeit von diesen unterscheiden. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von Standardisierung, also der nicht vollständig konsensbasierten Normung mit dem Ergebnis einer DIN SPEC. Eine Ausnahme bilden die Beiblätter, die ebenfalls nicht den Status einer Deutschen Norm tragen, jedoch nicht den DIN SPEC zuzuordnen sind, da deren Bezug zu einer DIN-Norm immanent ist.

DIN SPEC (Vornorm) (DIN SPEC plus Zählnummer, z. B. DIN SPEC 1201)

Eine DIN SPEC nach dem Verfahren einer Vornorm ist das Ergebnis einer Normungsarbeit, das wegen bestimmter Vorbehalte zum Inhalt oder wegen des gegenüber einer Norm abweichenden Aufstellungsverfahrens vom DIN nicht als Norm herausgegeben wird. An Vornormen knüpft sich die Erwartung, dass sie zum geeigneten Zeitpunkt und ggf. nach notwendigen Veränderungen nach dem üblichen Verfahren in eine Norm überführt oder ersatzlos zurückgezogen werden.

DIN SPEC (Fachbericht) (DIN SPEC plus Zählnummer, z. B. DIN SPEC 1202)
DIN SPEC nach dem Verfahren eines Fachberichtes ist das abgeschlossene Ergebnis eines DIN-Arbeitsgremiums oder die Übernahme eines internationalen Technischen Berichts, einer internationalen Öffentlich verfügbaren Spezifikation (PAS), eines International Workshop Agreement, eines informativen Dokumentes der IEC (TTA) oder eines internationalen Leitfadens. Ein DIN-Fachbericht hat nicht den Status einer Deutschen Norm.

CEN/TR bzw. CLC/TR werden unverändert als DIN SPEC nach dem Verfahren eines Fachberichtes übernommen.

Es besteht weiterhin die Möglichkeit, DIN SPEC innerhalb von Konsortien zu erstellen. Hierzu stehen die Verfahren DIN SPEC (PAS) und DIN SPEC (CWA) zur Verfügung. Nähere Informationen finden Sie auf unserem Standardisierungsportal.

Beiblätter enthalten nur Informationen zu einer DIN-Norm (Erläuterungen, Beispiele, Anmerkungen, Anwendungshilfsmittel u. Ä.), jedoch keine über die Bezugsnorm hinausgehenden genormten Festlegungen. Sie werden nicht mit „Deutsche Norm“ überschrieben. Das Wort Beiblatt mit Zählnummer erscheint zusätzlich im Nummernfeld zu der Nummer der Bezugsnorm.


Entstehung einer nationalen Norm

Werdegang einer Norm zum Artikel: Entstehung einer nationalen Norm

Wie entsteht eine nationale Norm? mehr

Entstehung einer Internationalen Norm

Schaubild zur Entstehung einer internationalen Norm zum Artikel: Entstehung einer Internationalen Norm

Wie entsteht eine Internationale Norm? mehr

Entstehung einer Europäischen Norm

Entstehung einer Europäischen Norm zum Artikel: Entstehung einer Europäischen Norm

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