Deutsches Institut für Normung e. V.

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Energieeffizienz

Das Thema Ernergieeffizienz ist ein aktuelles Thema, das jeden etwas angeht. Das folgende Dossier zeigt auf in welchen Bereichen Normen dabei helfen können Energie und Ressourcen zu sparen.

Das Thema Energieeffizienz beschäftigt private Verbraucher, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen – es geht also jeden etwas an. Wie brisant dieses Thema ist, zeigt ein Pressestatement von Rainer Brüderle dem Bundesminister für Wirtschaft und Technologie. In diesem Statement vom 28. September 2010 heißt es: „Zentraler Aspekt unseres Konzepts ist die Energieeffizienz. Denn: Energiesparen ist noch immer unsere beste Energiequelle. …In unserem Konzept setzen wir ganz auf Eigenverantwortung und Vernunft von Wirtschaft und Bürgern - und nicht auf Zwang und Bürokratie.“
Im Folgenden sind einige Beispiele aufgeführt, die zeigen wie Normen dabei helfen, in unterschiedlichen Bereichen des täglichen Lebens energieeffizient haushalten zu können.
 
Steuervergünstigungen durch Energienorm
So soll beispielsweise die Gewährung von Steuervergünstigungen zukünftig an die Anwendung der Norm DIN EN 50001 Energiemanagementsysteme – Anforderungen mit Anleitung zur Anwendung geknüpft werden.
Die Norm DIN EN 50001 beschreibt die Anforderungen an die Einführung, Verwirklichung, Aufrechterhaltung und Verbesserung eines Energiemanagementsystems. Ein solches System berücksichtigt gesetzliche Anforderungen, die von der Organisation erfüllt werden müssen, sowie anderweitige Verpflichtungen für die Organisation. Es versetzt eine Organisation in die Lage, seine Energieeffizienz durch einen systematischen Ansatz kontinuierlich zu verbessern. Die Norm legt Anforderungen für eine kontinuierliche Verbesserung mit Blick auf eine effizientere und nachhaltigere Energienutzung unabhängig von der Energieform fest. Dies zeigt, dass Normen ein hilfreiches Werkzeug zur Erreichung der klimapolitischen Ziele bei gleichzeitigem Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit sein können.
(DIN EN 50001 - Energiemanagementsysteme - Anforderungen mit Anleitung zur Anwendung)
 
Normen für energieeffiziente Gebäude
Energieverbrauch in Immobilien spielt eine immer größere Rolle beim Kauf, bei der Nutzung und Planung von Gebäuden sowie auch bei deren Wiederverkauf. Wenn bedacht wird, dass 40 Prozent des Energieendverbauchs in Europa auf Gebäude entfallen, wird schnell klar, dass ein Umdenken bei der Herstellung von Bauprojekten stattfinden muss. Die Norm DIN EN 15232 Energieeffizienz von Gebäuden - Einfluss von Gebäudeautomation und Gebäudemanagement legt eine strukturierte Liste von Funktionen der Regelung, der Gebäudeautomation und des technischen Gebäudemanagements, die Auswirkungen auf die Energieeffizienz von Gebäuden haben, fest. Als Gebäudeautomation kann die Gesamtheit von Überwachungs-, Steuer-, Regel- und Optimierungseinrichtungen in Gebäuden verstanden werden. Ziel ist es Abläufe übergreifend selbstständig, nach vorgegebenen Einstellwerten durchzuführen oder deren Bedienung bzw. Überwachung zu vereinfachen. Die Norm DIN EN 15232 ist für Eigentümer von Gebäuden, Architekten oder Ingenieure sowie für öffentliche Behörden, Softwareentickler und Planer bestimmt, die mit der Gebäudeautomation oder mit dem technischen Gebäudemanagement betraut sind.
(DIN EN 15232 - Energieeffizienz von Gebäuden - Einfluss von Gebäudeautomation und Gebäudemanagement)
 
 
Normen heizen ein
Gerade in den kalten Jahreszeiten weiß jeder eine gut funktionierende Heizung zu schätzen. Aber natürlich möchte niemand unnötig viel Geld für die Heizkosten ausgeben. Die Normenreihe DIN EN 15316 Heizungsanlagen in Gebäuden - Verfahren zur Berechnung des Endenergiebedarfs und des Nutzungsgrades der Anlagen legt die Struktur für die Berechnung des Energiebedarfs von Raumheizungsanlagen und Trinkwarmwasseranlagen in Gebäuden fest. Sie normt die für die Berechnungen erforderlichen Eingangs- und Ausgangsgrößen mit dem Ziel, ein einheitliches europäisches Berechnungsverfahren zu erarbeiten. Das Berechnungsverfahren erleichtert die energietechnische Analyse der verschiedenen Anlagenteile der Heizungsanlagen, einschließlich der Regelung (Wärmeübergabe, -verteilung, -speicherung, -erzeugung) durch Bestimmung der Energieverluste und der Energieeffizienz der betrachteten Anlagen. Diese Analyse ermöglicht es, die betreffenden Anlagenteile miteinander zu vergleichen und die Auswirkungen jedes einzelnen Anlagenteils auf die Gesamtenergieeffizienz des Gebäudes zu überwachen.
(DIN EN 15316 - Heizungsanlagen in Gebäuden - Verfahren zur Berechnung der Energieanforderungen und Nutzungsgrade der Anlagen)
 
 
Normen treiben an – Elektromobilität
Jeder der ein Auto hat, kann ein Lied von steigenden Benzinpreisen singen. Die Erdölressourcen sind begrenzt und so muss auf andere Technologien zurückgegriffen werden, um Autos anzutreiben. Eine Lösung hierfür stellen Elektroautos dar. Sie sind ein gutes Beispiel für die effiziente Nutzung von Energie. Die Norm DIN EN 62660-1 Lithium-Ionen-Sekundärzellen für den Antrieb von Elektrostraßenfahrzeugen - Teil 1: Prüfung des Leistungsverhaltens legt Prüfungen des Leistungsverhaltens und der Lebensdauer von Lithium-Ionen-Sekundärzellen fest, die als Antrieb von Elektrofahrzeugen, einschließlich Batteriefahrzeugen und Hybridfahrzeugen verwendet werden.
(DIN EN 62660-1 Lithium-Ionen-Sekundärzellen für den Antrieb von Elektrostraßenfahrzeugen - Teil 1: Prüfung des Leistungsverhaltens )
 
 
Umweltschutz durch ökologisches Design
Im Hinblick auf die Realisierung einer nachhaltigen Entwicklung kommt den mit den Lebensphasen eines Produktes verbunden Wirkung auf die Umwelt eine immer größere Bedeutung zu. Eine zentrale Rolle nimmt dabei die Entwicklung umweltverträglicher Produkte ein. Zur Planung, Entwicklung und Herstellung umweltverträglicher Produkte und zur Unterstützung innovativer Unternehmen in diesem Bereich wurde der Internationale Fachbericht ISO/TR 14062 Umweltmanagement - Integration von Umweltaspekten in Produktdesign und –entwicklung erarbeitet. Das Dokument beschreibt wichtige Prozesse bei der Integration von Umweltaspekten in Produktdesign und -entwicklung - und zwar von der ersten Konzeption bis hin zur praktischen Umsetzung. Der Leitfaden wendet sich an Produktentwickler und die Entscheidungsträger von Unternehmen. Er bietet weltweit einen Orientierungs- und Kommunikationsrahmen, der die Ziele des ökologischen Design darstellt und auf die organisatorischen Verknüpfungen von Design und Umweltmanagementsystemen in den Unternehmen eingeht.
(ISO/TR 14062 Umweltmanagement — Integration von Umweltaspekten in Produktdesign- und –entwicklung)
 
 
Normen für erneuerbare Energien
Der Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch in Deutschland beträgt 10,1 Prozent. Die Tendenz ist hierbei aber steigend. Das zunehmende Bewusstsein für die Klimaproblematik rückt die regenerativen Energien in das allgemeine Interesse. Neben der Windkraft hat insbesondere die Photovoltaik und Solarwärme in den letzten Jahren einen enormen Anstieg erlebt.
Inzwischen gibt es eine umfangreiche Sammlung von Normen für den Bereich der Photovoltaik. Eine der bekanntesten Norm ist die DIN EN 61215 (VDE 0126-31). Diese legt die Anforderungen an die Qualität und Zuverlässigkeit von Silizium Photovoltaik-Modulen fest. Zur einfacheren Recherche sind die Normen für die Photovoltaik mit der Klassifikation (VDE 0126) versehen.
Die Normenreihe DIN  EN  61400 Windenergieanlagen legt unter anderem Auslegungsanforderungen zur Gewährleistung der technischen Integrität von Windenergieanlagen fest. Der Zweck der Norm besteht darin, für ein angemessenes Schutzniveau gegen Schäden aus Risiken während der geplanten Lebensdauer zu sorgen.
(DIN EN 60904 Photovoltaische Einrichtungen und DIN  EN  61400 Windenergieanlagen)
 
 
Normen für den Umweltschutz – Bioabbaubarkeit von Kunststoff
Weltweit werden Produkte aus Kunststoff hergestellt, die nicht wie andere Produkte aus polymeren Werkstoffen wie Zellulose oder Stärke durch Licht, Wasser, Mikroorganismen oder Sauerstoff in der Natur abgebaut werden. Der nicht fachgerechte Abbau von nicht abbaubarem Kunststoff kann gravierende ökologischen Auswirkungen zur Folge haben. Kunststoffe, die biologisch abbaubar sind, können Abhilfe schaffen.
Die Norm ISO 14855 Bestimmung der vollständigen aeroben Bioabbaubarkeit von Kunststoff-Materialien unter den Bedingungen kontrollierter Kompostierung - Verfahren mittels Analyse des freigesetzten Kohlenstoffdioxides legt ein Verfahren fest, mit dem unter geregelten Kompostierbedingungen durch Messung der Menge des gebildeten Kohlendioxids und des Grades des Zerfalls des Kunststoffs die vollständige aerobe Bioabbaubarkeit von Kunststoffen bestimmt wird.
(DIN EN  ISO  14855-1 - Bestimmung der vollständigen aeroben Bioabbaubarkeit von Kunststoff-Materialien unter den Bedingungen kontrollierter Kompostierung - Verfahren mittels Analyse des freigesetzten Kohlenstoffdioxides - Teil 1: Allgemeines Verfahren)
 
 
Geld und Energie sparen durch Energielabels
Beim Kauf elektronischer Geräte wie Geschirrspülmaschinen, Fernsehgeräten, Kühlschranken oder Waschmaschinen sollte darauf geachtet werden, dass die Geräte nicht zu viel Energie verbrauchen. Das schont zum einen die Geldbörse und zum anderen die Umwelt. EU-Energiekommissar Günther Oettinger erklärt zur Einführung von modernisierten Energieetiketten:„Energieetiketten bewirken eine Marktumstellung auf hochgradig energieeffiziente Produkte, und das ist ein wichtiger Beitrag zur Verwirklichung der Ziele, die sich Europa in Bezug auf Energieeffizienz, Wettbewerbsfähigkeit und Klimaschutz gesetzt hat. Gleichzeitig sparen sie den Verbrauchern Geld.“
Es gibt eine Reihe von Prüfnormen, um den Energiebedarf von Haushaltsgeräten reproduzierbar messen und somit kennzeichnen zu können.
Die Norm DIN EN 50242/DIN EN 60436Elektrische Geschirrspülmaschinen für den Hausgebrauch — Messverfahren für Gebrauchseigenschaften gilt für elektrische Geschirrspüler für den Hausgebrauch und ist so eine Prüfnorm. Das Ziel dieser Norm ist es, die grundsätzlichen Gebrauchseigenschaften von elektrischen Geschirrspülern für den Hausgebrauch festzulegen und zu definieren und die Standard Messverfahren für diese Gebrauchseigenschaften zu beschreiben.
Auch die Norm DIN EN 60456 Waschmaschinen für den Hausgebrauch — Verfahren zur Messung der Gebrauchseigenschaften gehört in die Reihe der Prüfnormen und legt Verfahren zur Messung der Gebrauchseigenschaften von Haushalt-Waschmaschinen für Textilien fest. Der Zweck dieser Norm besteht in der Angabe und Festlegung der wichtigsten Gebrauchseigenschaften von elektrisch betriebenen Waschmaschinen für den Hausgebrauch sowie in der Beschreibung der Prüfverfahren zur Messung dieser Eigenschaften.
(DIN EN 50242/DIN EN 60436 Elektrische Geschirrspülmaschinen für den Hausgebrauch — Messverfahren für Gebrauchseigenschaften und DIN EN 60456 Waschmaschinen für den Hausgebrauch — Verfahren zur Messung der Gebrauchseigenschaften)