Deutsches Institut für Normung e. V.

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Unternehmensstrategie

Erfolgreiche Unternehmen beeinflussen die zukünftigen Rahmenbedingungen ihres Wirkungsfeldes.

Die Teilnahme eines Unternehmens am Normungsprozess ist eine strategische Entscheidung, die von der Unternehmensleitung im Zusammenhang mit der Technologie- und Produktstrategie getroffen werden muss. Die Entscheidung hat Auswirkungen auf das Profil und die Struktur der Produktentwicklung und Produktion sowie auf die Position des Unternehmens am Markt. Der Arbeitseinsatz der Experten, Reisekosten und die Kosten der Teilnahme am Normungsprozess machen Normung zu einer Investition für das Unternehmen.  

Eine Teilnahme an einem bestimmten Normungsprojekt muss für ein Unternehmen nicht in jedem Fall notwendig sein, diese Entscheidung sollte jedoch erst nach Prüfung aller Vor- und Nachteile einer Beteiligung getroffen werden. Für das Unternehmen relevante Normungsprojekte müssen stets im Fokus der unternehmensstrategischen Beobachtung stehen.
 
Folgende Faktoren haben einen Einfluss auf die Entscheidung eines Unternehmens, aktiv am Normungsprozess teilzunehmen:
 
·   Größe des Marktes
·   Wettbewerbssituation
·   Produktvielfalt und -portfolio
·   Länge des Produktlebenszyklus
·   Situation im System oder Netzwerk
·   Kostensituation
 
Die Teilnahme am Normungsprozess ist für Unternehmen nicht frei von Risiken: Unternehmen setzen sich im Normungsprozess verstärkt dem Wettbewerbsdruck aus. Sowohl Wettbewerber als auch Kunden sitzen mit am Tisch. Unternehmenseigenes Wissen wird in einem gewissen Umfang im Normungsprozess offen gelegt. 
 
Die Vorteile einer aktiven Teilnahme wiegen die Kosten und Risiken in der Regel um ein Vielfaches auf. Zu den Vorteilen zählen:
 
Informationsvorsprung über Anforderungen von Kunden und Betreibern
Die Beteiligten tauschen während des Normungsprozesses Wissen und Informationen aus. Unternehmen erhalten Informationen über die spezifischen Anforderungen ihrer Kunden bzw. potentieller Kunden.
 
Monitoring der Entwicklungstrends der Wettbewerber
Unternehmen gewinnen einen Eindruck über das Know-how und die Strategie von Wettbewerbern.
 
Zeitvorteil
Teilnehmer kennen den Inhalt der Norm bereits vor ihrer Veröffentlichung und können entsprechend darauf reagieren.  
 
Verminderung von Risiken in der Entwicklung
Teilnehmer an den Normungsprozessen vermindern ihre Risiken in der Entwicklung, da sie
Kenntnis darüber haben, wohin sich die Makrotrends bewegen und welche Relevanz neue Themen besitzen. Innovationen, die durch Normungsprozesse begleitet werden, haben höhere Chancen, sich am Markt durchzusetzen. Der Kunde sieht eine größere Sicherheit seines Investments und zeigt damit höhere Kaufbereitschaft.
 
Beeinflussung der Norm-Inhalte
Eine Teilnahme am Normungsprozess eröffnet die Chance, den Inhalt der Normen zu beeinflussen. Unternehmen haben die Chance, eigene technische Lösungen durchzusetzen.
 
Voraussetzung für den globalen Marktzugang
Der globale Marktzugang wird wesentlich erleichtert, wenn für die Erzeugnisse Normen bestehen. Durch die Teilnahme an der Normungsarbeit im DIN erhalten Unternehmen Zugang zu internationalen Normungsaktivitäten.
 
Vom strategischen Instrument Normung können nahezu alle Bereiche eines Unternehmens profitieren: Forschung und Entwicklung, Vertrieb, Einkauf, Fertigung, Qualitäts- und Systemtechnik, Management, Umweltschutz sowie Gesundheits- und Arbeitsschutz.
 
Mitunter werden die Vorteile der aktiven Teilnahme an der Normung für das Unternehmen nicht so deutlich wie die Nachteile einer Nichtteilnahme. Eine Nichtteilnahme bedeutet für das Unternehmen, die Rahmenbedingungen von anderen Marktteilnehmern vorgegeben zu bekommen. Dies kann empfindliche Anpassungskosten oder gar Marktbeschränkungen etwa von Innovationen nach sich ziehen. 
 
Literatur:
Normen und Wettbewerb, Herausgeber: Torsten Bahke, Ulrich Blum, Gisela Eickhoff,
1. Auflage 2002