Deutsches Normungspanel
Normung als strategisches Instrument
Aufbau und Umsetzung eines Deutschen Normungspanels
Unternehmen können Normung als strategisches Instrument einsetzen. So tragen beispielsweise im frühen Stadium einer Produktentwicklung Normung und Standardisierung dazu bei, den Markt auf das neue Produkt vorzubereiten. Während für den Nutzen der Normung, also beispielsweise die Gestaltung des Marktes, Investitionssicherung und Selbstverwaltung, zahlreiche Beispiele vorliegen, so ist die empirische Datenlage für die Normungsforschung noch nicht befriedigend. Normungsforschung soll dazu beitragen, Unternehmen und Organisationen, die die Normung als strategisches Mittel bisher vernachlässigt haben, für eine Teilnahme zu sensibilisieren und motivieren.
Aus diesem Grund wurde das Deutsche Normungspanel (DNP) initiiert, das durch Wissenschaftler des Fachgebietes Innovationsökonomie der Technischen Universität (TU) Berlin konzipiert und durchgeführt wird. Durch das Deutsche Normungspanel sollen neue Erkenntnisse für die Normungspraxis, -politik und –forschung gewonnen werden. Ziel ist es, in Zukunft messbare Ergebnisse zum Nutzen der Normung zu erhalten sowie Trends ableiten zu können, zum Beispiel zur zukünftigen Behandlung von Konsortialstandards oder die Beschleunigung der Normungsprozesse.
Die TU Berlin plant zur Erhebung der Daten eine Online-Befragung von Unternehmen, Wirtschaftsverbänden Universitäten, Forschungseinrichtungen und Organisationen. Die Panelbefragung ist langfristig angelegt und soll regelmäßig stattfinden. Wissenschaftler der TU Berlin konzipieren die Befragung und nehmen die Datenauswertung und –aufbereitung vor. Die Ergebnisse der Befragung stehen ab 2013 zunächst exklusiv den an der Befragung Beteiligten zur Verfügung. Im Anschluss daran sind die Ergebnisse für die breitere Öffentlichkeit durch verschiedene Publikationen und Veranstaltungen zugänglich.
Mit dem Start des Deutschen Normungspanels möchten wir Sie zur Teilnahme an der ersten Befragungswelle einladen. Die Registrierungsseite finden Sie unter http://projects.inno.tu-berlin.de/DNP/ Im Anschluss an Ihre Registrierung erhalten Sie per E-Mail einen Link zum Fragebogen. Bitte beantworten Sie den Fragebogen bis zum 21. Dezember 2012. Selbstverständlich werden alle Angaben anonym behandelt und nicht an Dritte weitergegeben! Als kleines Dankeschön erhalten Sie nach Abschluss der Studie eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse, die Sie auch für eine Positionsbewertung Ihres Unternehmen nutzen können. Wenn Sie weitere Fragen zum Deutschen Normungspanel haben, kontaktieren Sie bitte: Technische Universität Berlin Dipl.-Volkswirt Julius Rauber E-Mail: julius.rauber@tu-berlin.de Tel.: +49 30 314 76855 An der Teilnahme Interessierte können sich auch an das DIN wenden.
Details zur Befragung
Der Erhebungsfragebogen weist sowohl stabile Kernbestandteile auf, welche wiederholt erhoben und somit zeitlich analysierbar sind, als auch flexible Bestandteile. Die flexiblen Bestandteile sind wichtig, um in adäquater Weise aktuelle Themen, wie die oben erwähnten Konsortialstandards oder die Geschwindigkeit des Normungsprozesses, zu untersuchen. Hierbei ist darauf zu achten, dass ein ausgewogenes Verhältnis aus Langzeitbeobachtung und den aktuellen Fragestellungen gefunden wird.
Hintergrund
Die Normungsforschung, d. h. die Beforschung des Themas mit all seinen Dimensionen von der Entstehung, über den Prozess bis hin zur Implementierung von Normen, fristet – trotz der in den letzten Jahren gemachten Fortschritte – im Vergleich zur Innovationsforschung ein Schattendasein. Dies ist trotz umfangreicher theoretischer Arbeiten vor allem darin begründet, dass keine umfassenden empirischen Daten zur Verfügung stehen. Die Innovationsforschung hingegen kann auf die sehr guten Daten weltweit vergleichbarer Patentdatenbanken zurückgreifen. Insbesondere die in Deutschland verfügbaren Paneldaten, d. h. Zeitreihen für einzelne Unternehmensinformationen, stellen eine wichtige Datenquelle der unternehmensbezogenen Innovationsforschung dar und haben zur Entwicklung einer großen und weiter wachsenden Innovationsforschungsgemeinschaft geführt. Die Regierung nutzt die Paneldaten, um innovationspolitischen Handlungsbedarf zu identifizieren, wie z. B. die steuerliche Behandlung von Ausgaben für Forschung und Entwicklung oder den erleichterten Zugang zu Kapital für die Finanzierung von Innovationen, und zukünftige Politikmaßnahmen zu legitimieren bzw. zu evaluieren.

