XML-Sprache: Neue Normen für Anwendungen im Büro
Berlin (DIN prm 2007-01-17) Die nächste Generation von Dokumentsprachen, die auf dem Format Extensible Markup Language (XML) basieren, hat Büroanwendungen wie Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentationen zum Gegenstand. Dokumentsprachen mit XML-Schema sind herstellerunabhängig und bieten neue Möglichkeiten der Interoperabilität von Büroanwendungsprogrammen untereinander und mit dem Internet. Unter anderem für eine sich entwickelnde e-Government-Infrastruktur in Deutschland und Europa ist ein solches Datenschema eine notwendige Grundlage.
Hierzu hat die Internationale Normungsorganisation ISO im November 2006 die Norm ISO/IEC 26300 Information technology - Open Document Format for Office Applications (OpenDocument) v1.0 veröffentlicht. Das Standardisierungskonsortium ECMA hat außerdem im Dezember den Standard Office Open XML File Format verabschiedet und bei ISO zur Annahme als ISO/IEC 29500 eingereicht.
Beide Standards zielen auf die Interoperabilität typischer IT-Büroanwendungen.
Zur Ermittlung der deutschen Meinung auf dem Gebiet der Normung von Dokumentsprachen und Vertretung deutscher Interessen innerhalb der ISO-Gremien wurde im Dezember im Normenausschuss Informationstechnik und Anwendungen (NIA) des DIN Deutsches Institut für Normung e.V. der Arbeitsausschuss "Dokumentbeschreibungs- und -verarbeitungssprachen" gegründet. Im Ausschuss NIA-34 sind Experten aus Industrie, Forschung und Anwendung vertreten.
Die Mitarbeit im NIA-34 steht allen Interessenten, die an der Entwicklung der Dokumentbeschreibungssprachen teilnehmen möchten, offen. Sie sind eingeladen, die Geschäftsstelle des Normenausschuss Informationstechnik und Anwendungen zu kontaktieren.
Erfolgsgeschichte der www-Sprachen beruht auf ISO-Norm
Dokumentformate wie die Hypertext Markup Language (HTML) und Extensible Markup Language (XML) sind vielen Menschen, die im World Wide Web (WWW) oder anderen Teilen des Internet unterwegs sind, bekannt. Man erkennt die Dokumente, die entsprechend der Strukturvorgaben dieser Sprachen erstellt wurden, an den Dateiendungen .html und .xml.
Weniger bekannt ist jedoch, dass die "Mutter" dieser Sprachen und Dateiformate eine ISO-Norm ist. Die Norm ISO 8879 Information processing - Text and office systems - Standard Generalized Markup Language (SGML), zu deutsch: Verallgemeinerte normalisierte Auszeichnungssprache, legte 1986 die Grundlage für Dokumentbeschreibungssprachen. Die Grundlagenarbeit der International Organisation for Standardization (ISO) und International Electrotechnical Commission (IEC) bilden die Voraussetzungen für überaus erfolgreiche Weiterentwicklungen mit großem technischen und wirtschaftlichen Potential.
Kontakt im DIN:
Normenausschuss Informationstechnik und Anwendungen (NIA)
Jan Dittberner (jan.dittberner at din.de)
Cord Wischhöfer (cord.wischhoefer at din.de)
www.nia.din.de

