Deutsches Institut für Normung e. V.

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BMBF/DIN – Workshop Biotechnologie

Mit Unterstützung des Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) führte das DIN Deutsches Institut für Normung e.V. am 24. September 2012 einen Workshop zum Thema "Biotechnologie in Normung und Standardisierung" mit 50 Experten aus Wissenschaft, Verbänden und Industrie durch.

(2012-10-23) Das Gebiet der Biotechnologie wurde im vergangenen Jahr seitens der internationalen Normungsorganisation ISO als ein zukünftiges Normungsthema identifiziert. Zur Diskussion des Normungspotenzials haben hierzu bereits mehrere durch ISO organisierte Workshops stattgefunden, die zur Identifikation normungsbedürftiger Felder innerhalb der Biotechnologie führten.
Als offizieller Vertreter der deutschen Interessen in den europäischen und internationalen Normungsorganisationen CEN und ISO, hat das DIN die Initiative ergriffen und zusammen mit Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft einen Antrag zur Gründung eines neuen, internationalen technischen Komitees ISO/TC "Biotechnologie" gestellt. Das DIN ist bereit, die Führung des Komitee-Sekretariates zu übernehmen, um somit der deutschen Industrie und Wissenschaft einen signifikanten Gestaltungsspielraum in den anstehenden internationalen Normungsarbeiten zu ermöglichen. Vor diesem Hintergrund diente der BMBF/DIN-Workshop der Themenidentifikation und der Abstimmung einer nationalen Position. Vortragende Gäste waren Herr Dr. Martin Egger (Roche Diagnostics GmbH), Frau Prof. Dr. Edeltraud Günther (Technische Universität Dresden), Frau Prof. Dr. Sabine Kloth (TÜV Süd AG) und Herr Michael Kahnert (BIO Deutschland e.V.).
Im Anschluss an Vorträge zum Normungspotenzial und den aktuellen Hemmnissen die der deutschen Biotechnologiebranche gegenüberstehen, erarbeiteten die teilnehmenden Experten in Themen-Workshops konkrete Normungsthemen und potenzielle Lösungsansätze zu bevorstehenden Problemen der internationalen Normung und Standardisierung auf diesem Gebiet (siehe Tagesordnung).

Neue Standardisierungsfelder zeichnen sich häufig dadurch aus, dass keine einheitliche Terminologie vorliegt, die einen unmissverständlichen Dialog zwischen verschiedenen Berufsgruppen, Branchen und Ländern ermöglicht. Des Weiteren werden zuverlässige Messverfahren benötigt, die die Grundlage der Vergleichbarkeit von Ergebnissen darstellen.
Hierzu gehören nicht nur eine einheitliche Analytik, sondern auch einheitliche Datenformate und Datenbanken. Weitere wichtige Felder der Standardisierung im Bereich Biotechnologie sind Einweg-Bioreaktoren und andere Einweg-Gegenstände der Zellkulturtechnik sowie Verfahren zum Umgang mit Zellkulturmaterialien und Risikomanagement.

Mit dem Ergebnis der internationalen Umfrage zur Gründung des ISO-Komitees "Biotechnologie", welches das DIN Anfang November 2012 bekannt geben wird, findet am 03. Dezember 2012 im DIN die Gründungsitzung eines nationalen Spiegelgremiums statt, welches die internationalen Arbeiten national vorbereiten und begleiten wird. Die Einbringung neuer Themenfelder in die Normung und Standardisierung ist sowohl Bestandteil des Normungspolitischen Konzepts der Bundesregierung, als auch Teil der im Jahr 2010 verabschiedeten High-Tech Strategie 2020, die die Förderung innovativer Technologien zum Ziel hat. Als integraler Bestandteil wird hier die Normung und Standardisierung zur Steigerung der globalen Wettbewerbsfähigkeit gesehen.

Der Artikel "A blessing in disguise: International standards for the biotechnology industry" wurde im Biotechnology Journal zu diesem Thema veröffentlicht.


Fragen und Anregungen zum Themenfeld Biotechnologie richten Sie bitte an: Joachim Lonien

Ansprechpartner

DIN Deutsches Institut für Normung e.V.
Joachim Lonien
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Burggrafenstr. 6
10787 Berlin
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