Deutsches Institut für Normung e. V.

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Finanzanlagen

Wenn's um Geld geht: Vertrauen ist gut, ISO ist besser

Das Problem ist international: Eine verwirrende Vielfalt von Finanzanlagen, häufige Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen und die latente Gefahr von Fehlinvestitionen machen immer mehr Privatkunden ratlos. Sie verlangen nach kompetenter, umfassender und objektiver Beratung. Aber welchem Finanzplaner kann der Privatkunde in Finanzfragen vertrauen? Wie kann er verschiedene Angebote vergleichen?

Eine weltweit einheitliche Norm für Finanzplanung soll es dem Kunden einfacher machen, indem sie Anforderungen an neutrale und kundenorientierte Anlageberatung formuliert. Ein Zertifikat für Finanzplaner auf Grundlage der Norm soll Vertrauen schaffen.

Die künftig international gültige Norm ISO 22 222 wird derzeit von dem Komitee ISO/TC 222 "Personal Financial Planning" erarbeitet. Fachleute aus 15 Ländern lassen ihre Fachkenntnis in dieses von der Internationalen Organisation für Normung (ISO) etablierte Komitee einfließen.

Vom 28.02. bis 04.03. 2005 kamen die vier Arbeitsgruppen des Komitees in Berlin im Deutschen Institut für Normung zusammen, um die vier Teile des bisherigen Norm-Entwurfs ISO 22 222 "Personal financial planning" weiterzuentwickeln. In intensiven Gesprächen wurden alle Kommentare bearbeitet, die eingegangen waren, während das Dokument der Öffentlichkeit zur Stellungnahme vorlag. Ergebnis des Treffens war die Zusammenführung der vier Teile "Prozess der Finanzplanung", "Qualifikation des Finanzplaners", "Ethik" und "Fortbildung" zu einem Dokument. Die Norm soll nach Willen der mitarbeitenden Fachleute die Grundlage für eine unabhängige Zertifizierung bilden. Auf seiner nächsten Sitzung im Juni 2005 in London wird ISO/TC 222 über die Einleitung der Schlussabstimmung entscheiden.

Großartige Arbeitsatmosphäre
Holger Mühlbauer, Geschäftsführer des Normenausschusses für Gebrauchstauglichkeit und Dienstleistungen und deutscher Gastgeber der Sitzung ist mit deren Verlauf sehr zufrieden: "Ein global besetztes Gremium hat es geschafft, in intensiven Sitzungen alle Kommentare und offenen Punkte zu bearbeiten und die verschiedensten Sichtweisen miteinander zu vereinbaren - und dass in einer großartigen Arbeitsatmosphäre."

Die Gründung des Komitees geht auf einen Vorschlag der internationalen Finanzplaner-Organisation "Certified Financial Planners" (CFP) zurück. Der deutsche Arbeitsausschuss setzt sich aus Vertretern von Banken, Vermögensplanern, Verbraucherschützern und Wissenschaftlern zusammen. Der Arbeitsausschuss hatte die Federführung für den bisherigen Teil 2 der Norm, der sich mit den Anforderungen an die Qualifikation eines Finanzplaners beschäftigt. So soll ein Finanzplaner beispielsweise die Fähigkeit besitzen, nach gründlicher Analyse einen auf die Kundensituation zugeschnittenen Altersvorsorgeplan oder Modelle zur Immobilienfinanzierung zu präsentieren.

 

Mehr Informationen: Dr. Holger Mühlbauer (Nachricht senden)